Das andere Afghanistan

Der Kombi-Leistungskurs Politik und Wirtschaft der Q3 zu Besuch im Bildungshaus Main-Kinzig in Gelnhausen

hintere Reihe (v. l. n. r.): Jan Michelmann, Lukas Querengässer, Tim Oefner, Nahuel Fernández, Niklas Stadler und Carl Köhler vordere Reihe (v. l. n. r.): Fr. Sabrina Becker, Linda Lerch, Anna Neske und Anne-Marie Daniel[/caption]

Die junge Generation ist politikverdrossen und streamt abends lieber in Endlosschleife hirnlose Serien anstatt sich für gesellschaftlich relevante Themen zu interessieren, stimmts!? Vonwegen!

Bereits zum zweiten Mal waren Schülerinnen und Schüler des Kombi-Leistungskurses Politik und Wirtschaft der Jahrgangsstufe Q3 unter der Leitung von Sabrina Becker abends zu Gast im Bildungshaus Main-Kinzig in Gelnhausen.

Am 30.10.2018 berichtete die afghanische Schriftstellerin und Journalistin Mahsa Taee über die aktuelle Situation in Afghanistan, ihr Engagement beim Wiederaufbau des Landes sowie über Perspektiven ihrer kriegsgeschüttelten Heimat, in der sie und ihre Familie momentan nicht leben können – u.a. auch deswegen, weil ihre direkte Kritik an hochrangigen Personen in Afghanistan einen sicheren Aufenthalt ab einem gewissen Zeitpunkt unmöglich gemacht hatte. So ist dort auch ihr Buch „Gute Nacht, Herr Präsident“ verboten.

Am 15.11.2018 nahmen die Kursmitglieder außerdem an einem Vortrag zum Thema „Tod per Knopfdruck. Der Drohnenkrieg der USA“ teil. Der Referent des Abends war Emran Feroz, der unter diesem Titel ein Buch veröffentlicht hat. Feroz ist freier Journalist und berichtet regelmäßig für renommierte Zeitungen wie „DIE ZEIT“ oder die „Washington Post“ über die Situation in Afghanistan und dem von ihm so bezeichneten US-amerikanischen Drohnenkrieg. Im Fokus seiner Ausführungen standen die derzeitige Sicherheitslage in Afghanistan sowie Porträts von Zivilisten, die aufgrund von Drohnenangriffen ums Leben gekommen sind.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine Fragerunde statt, in der zum Beispiel darüber diskutiert wurde, ob Drohnenangriffe möglicherweise dazu beitragen, Teile der Bevölkerung zu radikalisieren. Auch die Verantwortung Deutschlands bezüglich der Drohnenangriffe wurde erörtert.

Der Besuch der beiden Veranstaltungen hat zweifelsohne dazu beigetragen, sich einen Eindruck von der aktuellen Situation in Afghanistan verschaffen zu können und davon ausgehend das dortige Agieren verschiedener Länder und die zahlreichen Meldungen, die uns nahezu täglich von dort erreichen, besser einschätzen zu können.