Ein Relief erzählt eine Geschichte

 – und es sind viele Geschichten gegen das Vergessen

Heute vor 76 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee eingenommen, die letzten Häftlinge befreit. Allein in diesem Vernichtungslager starben weit mehr als 1 Million Menschen, darunter über 900 000 Juden, durch die deutschen SS-Wachmannschaften und deren Gehilfen. Hier waren medizinische Experimente an Gefangenen ebenso alltäglich wie die Arbeit für deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen wie IG Farben (AGFA, BASF, Bayer, Hoechst). Der Tod war dabei ein ständiger Gast im Lager, die sechs Gaskammern und die Krematorien arbeiteten oft Tag und Nacht.

Für Hitler war der Krieg im Januar 1945 verloren, die Front kam in Europa immer näher an „Großdeutschland“ heran, die vier Alliierten koordinierten den Kampf an allen Fronten. Auch viele deutsche Soldaten, die der nationalsozialistischen Propaganda in den Krieg folgten, ließen ihr Leben. Und das ist umso dramatischer, da kurz zuvor im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 ca. 10 Millionen Menschen starben; im Zweiten Weltkrieg jetzt noch mal zwischen 50 und 60 Millionen, darunter unglaublich viele zivile Opfer.

Zur Erinnerung an die Opfer beider Weltkriege wurden nach 1945 viele Gedenkstätten, Denkmäler und Erinnerungstafeln in der ganzen Welt, besonders aber in Europa aufgestellt. Doch die Erinnerung verblasst nach 76 Jahren…

Auch das Grimmelshausen-Gymnasium erinnert an die toten ehemaligen Schülerinnen und Schüler aus beiden Kriegen in einem Relief. Wir laufen täglich mehrmals an diesem vorbei, nehmen es nicht wahr: eine 2 x 1 Meter große braune Tafel links neben der Schulküche; blass, fast unkenntlich, schwer lesbar.

Wir als Schule bekennen uns zur Verantwortung, das Geschehene nicht zu vergessen, um es nicht wieder auferstehen zu lassen: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Wir wollen die Erinnerung wachhalten und dieses vergessene Relief zum Gedenken der toten Schülerinnen und Schüler des Grimmels aus zwei Weltkriegen wieder ins richtige Licht setzen.

Wer mithelfen möchte, meldet sich bitte bei Peter Malz.