Hockey, Volleyball und „School spirit“

Anna Lena Zahn (E1) über ihre Zeit in Edmonton, Kanada

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Kanada faszinierte mich schon seit einer langen Zeit. Als ich die Nachricht bekam, dass ich angenommen wurde, war ich unglaublich froh und die Vorfreude stieg von Tag zu Tag während ich mir nur sehr wenige Sorgen darüber machte, eine doch so lange Zeit im Ausland ohne meine Familie zu verbringen. Ich hatte vor meinem Abflug bereits zweimal mit meiner Austauschpartnerin Hannah und ihrer Familie geskyped, einfach um sie ein bisschen kennen zu lernen und einige Fragen abzuklären. Einmal skypte ich sogar mit Hannah und zwei ihrer Freundinnen und ich hatte von Anfang an ein echt gutes Gefühl.

Und dann kam endlich der Tag, auf den ich schon so lange gewartet hatte. Wir trafen uns alle am Flughafen in Frankfurt, dort ging die Reise los. Der Flug war ziemlich lang, aber da wir als Gruppe mit den anderen Kanada-Austauschschülern zusammensaßen, war es trotzdem sehr unterhaltsam und interessant. Nur der Zwischenstopp und lange Aufenthalt in Calgary war ziemlich anstrengend. Umso größer jedoch war dann die Vorfreude darauf, meine Austauschpartnerin endlich das erste Mal zu sehen. Sie holte mich zusammen mit meiner Gastmutter am Flughafen in Edmonton ab. Auf der Fahrt nach Hause redeten wir sehr viel und der erste Eindruck war echt gut.

In Kanada waren immer noch Sommerferien. Am nächsten Tag also packten wir einige Sachen und fuhren nach Jasper in die Rocky Mountains, wo der Rest der Familie schon auf uns wartete. Ich verbrachte meine erste Woche in Kanada in Jasper mit meinen Gasteltern, meiner Austauschpartnerin, meiner Gastschwester und meinem Gastbruder und unseren zwei Hunden. Es war echt eine tolle Zeit, in der wir nicht nur coole Ausflüge machten, sondern uns auch schon gleich besser kennenlernten. Unter anderem waren wir Kayak fahren oder bei den Hot Springs in Mayette. Außerdem waren die Landschaften im Nationalpark sehr beeindruckend und ich bin froh, dass ich in meiner ersten Woche in Kanada schon so viele wunderschöne Orte sehen konnte.

Als wir wieder zurück waren, hatten Hannah und ich ein Treffen an der Schule zusammen mit allen anderen, die am Austausch teilnahmen und zu unserer Schule gingen. Das war für mich das erste Mal, dass ich das Schulgebäude und auch ein paar Lehrer sah. Wir sprachen über unsere ersten Erfahrungen und unsere Stundenpläne.

Danach dauerte es nicht mehr lang bis zum ersten offiziellen Schultag. Die Schule begann immer um 8.30 Uhr, dann hatten wir 4 Unterrichtsblöcke am Tag, die je 72 Minuten dauerten. Um 11 Uhr hatten wir eine Stunde lang Mittagspause. Mein erster Block war Französisch, dort war ich zusammen mit Hannah. Anschließend hatte ich Leadership, etwas, das wir in Deutschland so nicht haben. Danach kam die Mittagspause, die ich entweder mit Hannah oder anderen Freunden, die ich kennengelernt hatte, verbrachte. Normalerweise blieb ich an der Schule, manchmal fuhren wir aber auch zu einem nahgelegenen Fast Food Restaurant. Nach dem Mittagessen hatte ich Sportunterricht, das war wahrscheinlich mein Lieblingsfach, weil ich mit vielen meiner Freunde zusammen war. Mein letzter Block war im täglichen Wechsel entweder Englisch oder Social Studies. Probleme, meinen Raum zu finden, hatte ich nie, da sie alle auf derselben Etage waren, außer natürlich mein Sportunterricht.

Der erste Schultag war gleichzeitig der, an dem das Volleyball-Probetraining begann, deshalb ging ich nach der Schule gleich wieder in die Sporthalle zu den sogenannten „Tryouts“. Innerhalb der nächsten Tage lernte ich mehr und mehr Leute kennen und gewöhnte mich an alles, so dass es mir immer einfacher fiel, mich zurecht zu finden. Außerdem schaffte ich es ins Volleyballteam, was hieß, dass ich jeden Tag nach der Schule Training hatte. Ein paar Wochen nach Schulbeginn startete dann auch die Volleyballsaison und somit kamen auch noch ein bis zwei Spiele pro Woche dazu. In Kanada Volleyball zu spielen machte echt super viel Spaß und gab mir die Möglichkeit, noch mehr Leute kennenzulernen. Meine ganze Mannschaft war sehr nett und es war toll mit ihnen Volleyball zu spielen.

Es gibt viele Unterschiede zwischen meiner Schule in Deutschland und der SGCHS, der Schule, die ich in Kanada besuchte. Generell kann man sagen, dass das ganze Schulsystem anders ist. Außerdem spielt sich der Sport oder das Hobby in Deutschland meist in Clubs ab, in Kanada passiert es hauptsächlich  in den Schulmannschaften, die dort einen wichtigen Stellenwert haben. Das Gymnasium bei uns in Deutschland geht von der 5-13 Jahrgangsstufe, während die Highschool, die ich besuchte, nur die Stufen 10-12 hatte. Ich bekam in Kanada normalerweise nur sehr wenige Hausaufgaben, dafür schrieben wir öfters mal kleinere Tests, weil es ja auch keine Note auf die mündliche Beteiligung gibt. Die Tests waren entweder Aufsätze oder Multiple Choice Tests und es klappte bei mir meistens echt gut. Generell hielt ich die Schule in Kanada für weniger streng und auch ein bisschen einfacher. Es war sehr cool den „School Spirit“ an der Schule mitzubekommen, und ich mochte es sehr, dort zur Schule zu gehen.

Während meiner Zeit in Kanada machte ich noch ein paar weitere schöne Ausflüge. Ziemlich am Anfang hatten wir zusammen mit allen anderen deutschen Austauschpartnern das Adventure Camp in den Rocky Mountains. Wir wohnten in Holzhütten weit abseits der nächsten Stadt und erlebten einiges. Zum Beispiel gingen wir Kanu fahren, kletterten und seilten uns an Steilwänden ab.

Einen weiteren Ausflug machte ich mit zwei Freunden, nochmals nach Jasper, und auch dieser war echt toll. Außerdem war ich auch noch in Drumheller, einer Stadt im Süden Albertas, dessen Landschaft sich von der im Umkreis von Edmonton stark unterscheidet. Bei einem Edmonton Oilers-Spiel war ich natürlich auch und es war echt toll, die große neue Arena war super beeindruckend und die Oilers gewannen. Ein weiteres Highlight war das Drake-Konzert, zu dem ich mit meinem Gastbruder, meiner Austauschpartnerin und einem Freund ging.

Eine Woche, bevor ich zurück nach Hause flog, überraschte mich meine Gastfamilie mit einem Ausflug nach Banff um dort Ski fahren zu gehen. Ich habe mich unglaublich gefreut und es war wahrscheinlich der beste Ausflug von allen, da es super viel Spaß gemacht hat, mit meiner Gastfamilie in den Rockies Ski zu fahren.

Drei Monate in Kanada zu verbringen war toll, und mich dafür zu bewerben, war bis jetzt wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen, die ich je gemacht habe. Ich hatte eine wundervolle Zeit, in der ich viele neue Erfahrungen gesammelt und neue Freunde gefunden habe. Ich hoffe sehr, dass ich mit ihnen allen Kontakt halten kann. Ich bin sehr dankbar und jetzt freut sich meine ganze Familie, meine Austauschpartnerin Hannah bei uns aufzunehmen und ihr eine genauso schöne Erfahrung zu ermöglichen.

Anna Lena Zahn, E1

 

Three months in Canada

I have been fascinated by Canada for a long time. When I received the acceptance letter, I was super happy. Even though I was excited about going to Canada, I had a few little worries about staying abroad. My biggest one, being without my family for such a long time. Before my departure, I had already skyped with my exchange partner and her family a few times, just to get to know them a bit and to clarify some questions. Once I even skyped with my exchange partner and a friend of hers and I had a really good feeling since the beginning.

And finally, the day I had been looking forward to for such a long time arrived. We all met at the airport in Frankfurt and that’s where our trip started. The flight was long, but the other Germans in the group made it entertaining and interesting. The only downside was that the layover in Calgary was a bit tiring. My host mother and my exchange partner were waiting for me at the airport in Edmonton to pick me up. We drove back home and talked a lot. The first impression was really good. They still had summer break in Canada. The next day, after only one night at my new home, we drove to Jasper, where the rest of the family was already waiting for us. I spent my first week in Canada in Jasper with my host parents, my host sister, brother and my exchange partner as well as their two dogs. We had a great time in the national park. Not only did we do many fun things like canoeing and going to the hot springs, but it was also a good way to get to know all of them better. In addition, the nature in Jasper is really impressive and I am happy that I got to see so many beautiful places within my first week in Canada.

When we came back from Jasper, Hannah and I had to go to a meeting with all the others who took part in the exchange and went to our school. That was the first time that I saw the school building as well as some of the teachers. We talked about our timetables and discussed which classes we would like to take.

Afterwards, it didn’t take long until my first day of school came. School started at 8.30 am and we had 4 blocks of 72 minutes per day. At 11.00 am we had a lunch break for one hour. My first block was French, which I had together with Hannah. Afterwards, I had leadership, a class we don’t have in Germany. Then, we had lunch break which I either spent with Hannah and her friend or with other people I got to know. I usually stayed at school but sometimes we also went out for lunch and drove to a fast food restaurant. After lunch, I had gym class, which probably was my favourite class since I had it with many people I really liked. My fourth block was either English or Social class, which alternated every day. I didn’t have any problems to find my rooms since they were all on the same floor except when I had gym class, which was in the gym of course. The first day of school was also the day when the volleyball tryouts started, so when classes were done, I went to the gym again. During the next few days, I got to know more and more people and it was quite easy to get used to all the new things. I made it onto the volleyball team, so I had practice every day after school. A few weeks into the semester, the volleyball season started, which meant that I also had one or two games per week. Playing volleyball in Canada was really a lot of fun and it was a great opportunity to meet some more people. My whole team was very nice and I enjoyed playing with them.

There are a lot of differences between my school in Germany and the SGCHS, the school I attended during my stay in Canada. Not only the whole school system is different but we don’t have school sports teams either. In addition, the German “Gymnasium” goes from grade 5-13 while the Canadian high school only goes from grade 10-12. I usually didn’t get a lot of homework, therefore we wrote more small tests. The tests were either written exams or multiple choice tests and I usually did quite well. In general, I thought that everything was less strict in Canada at school and I also found it a bit easier. It was cool to experience the school spirit at the high school and I liked going to school.

During my stay in Canada, I did some more fun trips. Near the beginning of my stay, we went to the Adventure camp in Nordegg with all the other Germans who took part in the exchange. That was a great experience since we did a lot of exciting things like rappelling, climbing or canoeing and it was good to spend some time with all of them. A bit further into the exchange, I drove to Jasper again. This time, with two friends of mine and we had a great time. Another place I went to was Drumheller, which is further south in Alberta. Its landscape is really different from the ones I saw in the Rocky Mountains, so that was very interesting too. I also went to an Edmonton Oilers ice hockey game as well as a Drake concert.

One week before I flew back to Germany, my host family surprised me by telling me that we were driving to the Rocky Mountains again, this time to Banff to go skiing. I was super excited and it was probably the best trip since I really like skiing and it was a lot of fun.

All in all, spending three months in Canada was one of the best decisions I made and an amazing opportunity. I really enjoyed the time and I’m grateful for it. I am also happy that I made so many new friends and I hope to stay in touch with them. Now, my whole family is looking forward to having my exchange partner with us in Germany for three months.