{"id":24378,"date":"2015-04-21T14:31:01","date_gmt":"2015-04-21T12:31:01","guid":{"rendered":"?p=24378"},"modified":"2015-04-22T18:23:43","modified_gmt":"2015-04-22T16:23:43","slug":"ggg-ein-sommernachtstraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/ggg-ein-sommernachtstraum\/","title":{"rendered":"GGG: \u201eEin Sommernachtstraum\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/s1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-24379\" src=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/s1-225x300.jpg\" alt=\"s1\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/s1-225x300.jpg 225w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/s1-113x150.jpg 113w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/s1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Am Freitag, dem 8. und am Samstag dem 9. Mai f\u00fchrt die Theater-AG des Grimmelshausen Gymnasiums unter der Leitung von Paul Ciupka in der Aula des GGG William Shakespeares St\u00fcck \u201eEin Sommernachtstraum\u201c auf. Beginn jeweils <strong>20.00Uhr<\/strong>. Der Eintritt ist frei.<\/p>\n<p>Hier zur Einf\u00fchrung in die Materie zwei Texte von Paul Ciupka.<\/p>\n<p><strong>\u201eEin Sommernachtstraum\u201c &#8211; Die Fabel<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Die imagin\u00e4re Stadt Athen &#8211; weder zu verwechseln mit dem antiken noch mit dem heutigen Athen &#8211; wird regiert von Herzog Theseus, der in einem Krieg die Amazonenk\u00f6nigin Hippolyta besiegt und gefangengenommen hat. Drei Tage bevor Herzog Theseus sich mit seiner Kriegsbeute zwangsweise verehelichen will, erscheint der Athener B\u00fcrger Egeus vor dem Herzog zusammen mit seiner Tochter Hermia und den J\u00fcnglingen Demetrius und Lysander, die beide um die Liebe und Hand Hermias buhlen. W\u00e4hrend Hermia unsterblich in Lysander verliebt ist, zieht Egeus den braven Demetrius als Schwiegersohn vor. Der Herzog spricht ein Machtwort und fordert von Hermia, sich dem v\u00e4terlichen Willen zu unterwerfen. Lysander aber hat einen Plan: Er will sich mit Hermia in der Nacht im Wald vor Athen treffen, um von dort in eine andere Stadt zu fliehen. Hermia weiht ihre Schulfreundin Helena in diesen Plan ein. Aus Liebe zu Demetrius verr\u00e4t Helena ihm das Vorhaben, beide wollen dem Liebespaar heimlich in den Wald folgen.<\/p>\n<p>Sechs Athener Handwerker haben Wind von der bevorstehenden Heirat des Herzogs mit Hippolyta bekommen. Unter der F\u00fchrung des Zimmermanns Peter Squenz wollen sie die \u201eschrecklich-tragische\u201c Kom\u00f6die von \u201ePyramus und Thisbe\u201c einstudieren, um damit die Hochzeitsg\u00e4ste zu erfreuen und f\u00fcrstlich belohnt zu werden. Man verabredet sich zu einer ersten Probe im n\u00e4chtlichen Wald.<\/p>\n<p>Im Wald von Athen herrscht Elfenk\u00f6nig Oberon mit seiner Frau Titania, die sich um den Besitz eines indischen Knaben streiten, den Titania ihrem Gatten geraubt hat. Die Motive f\u00fcr diesen Streit bleiben ungekl\u00e4rt, der Knabe selbst taucht niemals auf. Vielleicht existiert er auch nur in der Fantasie von Oberon und Titania, die keine Kinder haben. Oberon zur Seite steht der schalkhafte Puck, Titania dagegen wird stets von f\u00fcnf Elfen begleitet. Oberon will aus Rache seine Gattin verzaubern und l\u00e4sst sich von Puck die Bl\u00fcten einer Zauberblume besorgen, deren Saft ins Auge getropft daf\u00fcr sorgt, dass sich der Verzauberte in das erstbeste Wesen verliebt, das er erblickt. Puck soll den Zaubersaft Demetrius\u00b4 ins Auge tr\u00e4ufeln, denn Oberon hat zuvor im Wald beobachtet, wie dieser auf grausame Weise Helena abgewiesen hat, die um seine Liebe flehte. Der Anschlag Oberons auf Titania gelingt, Puck dagegen, ob aus Versehen oder aus Lust am Schabernack, verzaubert den Falschen, n\u00e4mlich Lysander, der sich zusammen mit Hermia auf der Flucht im Wald schlafen gelegt hat und von Helena geweckt wird, die von Demetrius in Stich gelassen wurde. Augenblicklich verliebt sich Lysander in Helena und hasst Hermia.<\/p>\n<p>Auch die Handwerker proben inzwischen im Athener Wald, direkt vor der sich im Zauberschlaf befindlichen Titania, ihr St\u00fcck und werden dabei von Puck beobachtet. Dem Darsteller des Pyramus, Niklaus Zettel, zaubert Puck bei Gelegenheit Eselsohren an, was dazu f\u00fchrt, dass seine Mitspieler in panischer Angst aus dem Wald fliehen. Titania erwacht und verliebt sich prompt in den \u201eEselsmenschen\u201c, der nicht so recht wei\u00df, was es mit dieser Liebe auf sich hat.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich treffen die beiden Liebespaare aufeinander. Hermia muss entsetzt feststellen, dass ihr Lysander pl\u00f6tzlich Helena liebt. Auch Demetrius begehrt nun Helena. Die Verkehrung der Liebesverh\u00e4ltnisse f\u00fchrt dazu, dass Demetrius und Lysander sowie Helena und Hermia im Streit auseinandergehen und mithilfe Pucks in die Irre gef\u00fchrt werden. Oberon will nun dem Treiben ein Ende machen. Puck erl\u00f6st Zettel von seinen Eselsohren, Titania vers\u00f6hnt sich mit Oberon, trotz der ihr angetanen Schmach. Auch die beiden J\u00fcnglinge werden vom Liebeszauber erl\u00f6st, Demetrius erwacht in den Armen von Helena, Lysander in den Armen von Hermia. Man beschlie\u00dft, nach Athen zur\u00fcckzukehren und den Herzog um die Erlaubnis zur Heirat zu bitten. Schlie\u00dflich feiert man ein dreifaches Hochzeitsfest, auf dessen H\u00f6he- und Schlusspunkt die Handwerker ihre \u201etragische Kom\u00f6die\u201c zum Besten geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Shakespeares pessimistischer \u201eSommernachtstraum\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Ort und Zeit der Handlung sind vollkommen unbestimmt; das Athen im \u201eSommernachtstraum\u201c hat nichts mit der historischen oder realen Stadt Athen zu tun, lediglich in den Namen der Protagonisten finden sich vage Ankl\u00e4nge an die griechische Mythologie. Athen ist der Ort der Zivilisation, der Ort des Tages; vor der Stadt liegt ein Wald, wie stets bei Shakespeare Verk\u00f6rperung der Natur und ein Ort der Dunkelheit und Nacht, ein Ort der Geheimnisse.<\/p>\n<p>Das St\u00fcck ist eine Versuchsanordnung und durchgespielt wird in dieser Versuchsanordnung, was uns dazu bewegt, einen Menschen zum Liebesobjekt zu machen und einen anderen Menschen als Liebesobjekt abzulehnen. Die Schl\u00fcsse, die Shakespeare aus dieser Versuchsanordnung zieht, sind denkbar pessimistisch: Die Liebesobjekte sind austauschbar, zuf\u00e4llig; vor allem aber sind sie Objekte, blo\u00dfes Spielzeug des Liebenden; und als blo\u00dfes Spielzeug und Objekt werden sie demnach auch behandelt. Wer besitzt, verf\u00fcgt damit auch \u00fcber Gewalt, und Gewalt spielt in allen Paarbindungen im \u201eSommernachtstraum\u201c eine dominante Rolle.<\/p>\n<p>Wie alle Kom\u00f6dien endet der \u201eSommernachtstraum\u201c vers\u00f6hnlich: Titania und Oberon beenden ihren Streit um den \u201eindischen Knaben\u201c, Theseus heiratet Hippolyta, Demetrius die Helena und Lysander seine Hermia. Damit h\u00e4tte jeder Topf seinen Deckel gefunden und die Erwartungen des Publikums sich restlos erf\u00fcllt. Hinter den Kulissen bietet sich jedoch ein ganz anderes Bild: Oberon scheint zuvor mit Hippolyta eine Aff\u00e4re gehabt zu haben, Titania mit Theseus; das Elfenk\u00f6nigspaar ist offensichtlich kinderlos, der \u201eindische Knabe\u201c (der im \u00dcbrigen nie leibhaftig im St\u00fcck auftritt) hat als \u201eSpielzeug\u201c somit Ersatzcharakter f\u00fcr das Fehlen von Nachkommenschaft; die Beziehung Oberons zu seiner Frau ist gespannt, er raubt ihr alle Ehre, indem er sie verzaubert und in eine animalische Liebesbeziehung mit einem \u201eEselsmenschen\u201c verstrickt. Eine Ehe, die von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Anerkennung gepr\u00e4gt ist, sieht wohl anders aus.<\/p>\n<p>Theseus hat die Amazonenk\u00f6nigin Hippolyta im Kampf besiegt und als seine Kriegsbeute will er sie heiraten. Sie ist die Troph\u00e4e seines kriegerischen Triumphes &#8211; keine Spur von gegenseitiger Liebe! Demetrius erbittet sich von Hermias Vater Egeus den Besitz der Tochter; als dessen Besitz soll sie nun in das Eigentum des Demetrius \u00fcbergehen. Doch auch Lysander l\u00e4sst wenig Gesp\u00fcr f\u00fcr seine Geliebte erkennen. F\u00fcr ihren Liebeskummer hat er kein Verst\u00e4ndnis, l\u00e4ngst hat er einen Plan, wie sie beide aus der Stadt entfliehen k\u00f6nnen und er sie an einem anderen Ort in Besitz nehmen kann. Sein Verhalten ist dominant und manipulativ. Helena wiederum l\u00e4uft wie ein kleines H\u00fcndchen dem Demetrius hinterher, f\u00fcr ihn ist sie bereit, alles zu tun. Selbst die Drohung des Demetrius, sie mit Gewalt zu beseitigen, \u00e4ndert nichts an ihrer masochistischen Unterw\u00fcrfigkeit, die bei Demetrius wiederum nur Abscheu ausl\u00f6st: Was so billig zu haben, kann nichts taugen!<\/p>\n<p>Die einzige Liebesgeschichte im \u201eSommernachtstraum\u201c, in der wirklich ein liebendes Paar dargestellt ist, ist ironischerweise im \u201eSpiel im Spiel\u201c der Handwerker zu entdecken: Pyramus\u00b4 und Thisbes Liebe scheint wahrhaftig zu sein, auch wenn durch das dilettantische Spiel der Handwerkergruppe diese einzig wahre Liebe der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag, dem 8. und am Samstag dem 9. Mai f\u00fchrt die Theater-AG des Grimmelshausen Gymnasiums unter der Leitung von Paul Ciupka in der Aula des GGG William Shakespeares St\u00fcck \u201eEin Sommernachtstraum\u201c auf. Beginn jeweils 20.00Uhr. Der Eintritt ist frei. 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