{"id":30218,"date":"2016-05-09T13:16:52","date_gmt":"2016-05-09T11:16:52","guid":{"rendered":"?p=30218"},"modified":"2016-05-09T13:17:39","modified_gmt":"2016-05-09T11:17:39","slug":"von-der-freiheit-der-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/von-der-freiheit-der-kunst\/","title":{"rendered":"Von der Freiheit der Kunst"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: Gelnh\u00e4user Neue Zeitung vom 3.5.2016<\/p>\n<h3><em>Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums zieht mit Sketch, Tanz und Gesang alle Register<\/em><\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/gnz_20160503.jpg\" rel=\"attachment wp-att-30219\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-30219\" src=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/gnz_20160503-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/gnz_20160503-300x168.jpg 300w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/gnz_20160503-150x84.jpg 150w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/gnz_20160503-768x430.jpg 768w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/gnz_20160503.jpg 936w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Gelnhausen (jas). Dadaismus \u2013 wem ist dieser Begriff noch bekannt? Das Schultheater des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen zielte mit seiner Auff\u00fchrung in der Aula darauf ab, seinem Publikum die Facetten des \u201eCabaret Voltaire\u201c n\u00e4herzubringen. Dabei drehten sich die Programmpunkte, angeordnet als Collage, um Kurt Schwitters\u2018 \u201eAnna- Blume\u201c-Gedicht, interpretiert als Liebeslyrik. Dabei trat Anna Blume mehrfach in verschiedenen Gestalten auf. Am Freitag- und Samstagabend stellten die 16 Schauspieler die Freiheit der Kunst in Form von Sketch, Tanz und Gesang vor. Paul Ciupka und Christine Heinrich \u00fcbernahmen die Spielleitung.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Sabine Hartmann, Fachbereichsleiterin f\u00fcr Sprachen und k\u00fcnstlerische F\u00e4cher, begr\u00fc\u00dfte die G\u00e4ste und leitete in die kommenden zwei musikalisch-literarischen Stunden ein. \u201eSie erwartet ein besonderer Abend\u201c, k\u00fcndigte sie an. Im Voraus bedankte sie sich bereits f\u00fcr die flei\u00dfigen Akteure, die trotz Abitur-Belastungen ein au\u00dferordentliches Engagement zeigten.<\/p>\n<p>Sobald die Musik erklang, ging es los. Zum Lied \u201eDaDaDa\u201c von Trio erschienen die merkw\u00fcrdigsten Gestalten auf der B\u00fchne. Der Programmpunkt \u201eWas ist dadaistisch?\u201c sollte die Zuschauer auf den Abend vorbereiten und ihnen den Dadaismus erkl\u00e4ren. Bunt kost\u00fcmiert mit Tiermasken oder einer Pappr\u00f6hre, warf jeder ein, was der Begriff bedeuten k\u00f6nnte. Denn eine genaue L\u00f6sung gibt es nicht. Dadaismus war ja immerhin eine internationale k\u00fcnstlerische Bewegung, die 1916 in Z\u00fcrich begann. Die Szene glitt \u00fcber in den Auftritt der Ordnungspolizei. Bei dieser gesanglichen Einlage schafften die Polizisten alle Darsteller von der B\u00fchne. Nur einer wollte sich nicht verhaften lassen. In dem K\u00fcmmernisspiel von Kurt Schwitters nahmen die Akteure Bezug zur aktuellen Situation um Jan B\u00f6hmermann. Trotz der Folter mit dem \u201eMerkel-Kissen\u201c und dem \u201eErdogan-Sessel\u201c gestand der mit Anzug gekleidete, souver\u00e4ne B\u00f6hmermann einfach nicht.<\/p>\n<p>Als N\u00e4chstes wandte sich eine Schauspielerin f\u00fcr eine f\u00fcnfmin\u00fctige Sitzung wegen eines Argumentes an die \u201eArgument-Klinik\u201c, frei nach Monty Python. Doch nachdem sie mit Br\u00fcllern und Beleidigungen empfangen wurde, merkte sie, dass sie sich im Zimmer vertan hatte. Sie stand im B\u00fcro f\u00fcr Beschimpfungen. Im Zimmer 12a bestand die Sitzung einzig aus Widerspr\u00fcchen. \u201eEine Argumentation besteht nicht nur aus Widerspruch\u201c, eine Diskussion begann. Bei der Frage ums Bezahlen ging es glatt so weiter: \u201eIch habe schon bezahlt\u201c \u2013 \u201eNein, haben Sie nicht!\u201c. Das Publikum lachte \u00fcber dieses Hin und Her. Der Punkt \u201eRollstuhlballett\u201c war eine Tanzperformance mal auf eine ganz andere Art und Weise. Drei M\u00e4dchen kamen erst mit aktuellen Hits hereingerollt und tanzten dann mit und auf dem B\u00fcrostuhl Ballett, mit Spr\u00fcngen, Drehungen und Gruppenfiguren. Die G\u00e4ste waren von diesem Auftritt begeistert.<\/p>\n<p>Die \u201eAnna-Blume-Show\u201c erinnerte an eine moderne Castingshow aus dem Fernseher. Drei verschiedene Frauen traten nacheinander auf und bewiesen sich im Rap, in der klassischen Oper und als Rockerbraut. Mit viel Selbstbewusstsein \u00fcberzeugte jede S\u00e4ngerin das Publikum. Auf die Frage \u201eWer ist Anna Blume?\u201c konnte auch keine zufriedenstellende L\u00f6sung gefunden werden. Wie in dem Original-Gedicht ist es frei interpretierbar. Anna Blume k\u00f6nnte alles und jeder sein, zeigten die Darsteller. Sogar ein \u201eD\u00f6ner ohne Zwiebel\u201c.<\/p>\n<h3>Rendezvous mit einem Eisb\u00e4ren<\/h3>\n<p>Weitere Stationen des Abends waren die zwei Teile der \u201eBlackmail- Show\u201c, dessen Moderatoren durch Drohung und Erpressung an eine Menge Geld kommen wollten. Nach dem \u201eSchattenspiel\u201c, frei nach einem szenischen Fragment von Kurt Schwitters, und \u201eAusschlachtung\u201c leitete eine Rock \u2019n \u2019Roll-Tanzeinlage die 25- min\u00fctige Pause ein. Es gab genug Zeit zum Erholen, Unterhalten, Essen und Trinken. Dieses Jahr halfen die Leistungskurse Q2 Englisch, Deutsch und Mathe an der Theke aus.<\/p>\n<p>Mit dem zweiten Teil der \u201eBlackmail-Show\u201c ging es weiter. Diesmal zeigten die Moderatoren ein Video, in dem eine verd\u00e4chtige Frau sich mit einem Eisb\u00e4ren zu Hause traf. Der Ehemann der Frau rief an, und somit begann \u201eDer Zoob\u00e4r erster Teil\u201c. Bislang wollte der Eisb\u00e4r zur\u00fcck in den Zoo. \u201eIn meinem K\u00e4fig bin ich frei\u201c, meinte er. Doch die Frau hatte ihn schon so vermenschlicht, das ihm keiner mehr glaubte. Erst als Anna Blume schick in einem roten Kleid erscheint, m\u00f6chte Mr. B\u00e4r doch nicht mehr in seinen K\u00e4fig. W\u00e4hrend die zwei Turteltauben in einem Caf\u00e9 sa\u00dfen, spielte die Abiband mit Gitarre, Keyboard, Schlagzeug und Gesang \u201eLasse reden\u201c von den \u00c4rzten. Dabei schmunzelten die G\u00e4ste einige Male \u00fcber die einstudierten Schritte, die zum deutschen Text passten. Mit \u201eEisb\u00e4r\u201c von Grauzone endete ein lustiger Abend rund um den Dadaismus.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Lieds \u201eDear Future Husband\u201c, gesungen von Jessica Erlebach, Schauspielerin und S\u00e4ngerin der Abiband, kamen nochmal alle Darsteller, inklusive dem kompletten Team, auf die B\u00fchne, um sich feiern zu lassen. Nach der Blumen\u00fcbergabe sprachen auch die aktuellen Akteure und die ehemaligen Teilnehmer ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n an ihren Spielleiter Paul Ciupka aus, der dieses Jahr seine letzte gro\u00dfe Produktion \u00fcbernommen hatte. Im n\u00e4chsten Jahr wird er nur noch Christine Heinrich unterst\u00fctzen, die die Theater-AG zuk\u00fcnftig \u00fcbernehmen wird. Deshalb gab es zum Schluss noch ein kurzes Video mit Ausschnitten aus den fr\u00fcheren Theaterauftritten.<\/p>\n<p>Vor einem knappen Jahr begannen die Proben f\u00fcr das einzigartige St\u00fcck. Dabei interessierten sich die Darsteller mal f\u00fcr etwas ganz anderes als die herk\u00f6mmlichen Inhalte. Somit entstand langsam die Idee, eine dadaistische Soiree im Stil des \u201eCabaret Voltaire\u201c nachzugestalten. Dabei folgten sie den Darstellungen von Hans Richter, Raoul Hausmann und den Tageb\u00fcchern von Hugo Ball. Letztendlich aber konzentrierte sich die AG nicht nur auf Texte aus dem dadaistischen Umfeld, sondern auch auf die \u201eMonty Pythons\u201c im Bereich der Komik und des Kabaretts. Musikalisch orientierten sie sich an der \u201edadaistischen Phase\u201c der deutschen Popmusik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: Gelnh\u00e4user Neue Zeitung vom 3.5.2016 Theater-AG des Grimmelshausen-Gymnasiums zieht mit Sketch, Tanz und Gesang alle Register Gelnhausen (jas). Dadaismus \u2013 wem ist dieser Begriff noch bekannt? Das Schultheater des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen zielte mit seiner Auff\u00fchrung in der Aula darauf ab, seinem Publikum die Facetten des \u201eCabaret Voltaire\u201c n\u00e4herzubringen. 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