{"id":33545,"date":"2017-04-03T09:42:10","date_gmt":"2017-04-03T07:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/grimmels.de\/wordpress\/?p=33545"},"modified":"2017-04-03T09:44:19","modified_gmt":"2017-04-03T07:44:19","slug":"el-premio-san-clemente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/el-premio-san-clemente\/","title":{"rendered":"El Premio San Clemente"},"content":{"rendered":"<p>ngg_shortcode_0_placeholderGelnhausen\/Santiago de Compostela. Es ist schon ein au\u00dfergew\u00f6hnliches, aber auch einzigartiges Gef\u00fchl, an einem Samstagmittag mitten in der Schulzeit am Flughafen Adolfo Su\u00e1rez Madrid-Barajas auf einen Anschlussflug nach Santiago de Compostela zu warten. \u00dcberall ert\u00f6nen spanische Durchsagen, die zusammen mit dem besonderen Ambiente innerhalb und au\u00dferhalb des Flughafens zu einem besonderen Gef\u00fchl des Urlaubs f\u00fchren. Man hat den Eindruck, dass das Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen weit, weit weg ist. Dies ist auch nicht zu bestreiten, da zwischen den besagten beiden Zielen 2000 Kilometer liegen. Wie ist es also m\u00f6glich, dass man sich w\u00e4hrend des Schulalltags auf solch ein Abenteuer begibt? Dazu muss man als Au\u00dfenstehender erst einmal die Vorgeschichte nachvollziehen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr hatten die Spanischkurse der Einf\u00fchrungs- und Qualifikationsphase des GGG unter der Leitung der beiden Lehrerinnen Anja Kozakiewicz und Inka M\u00e4necke zum wiederholten Male am \u201eEl Premio San Clemente\u201c teilgenommen. Bei diesem vom \u201eRosal\u00eda de Castro\u201c, unserer Partnerschule in Santiago de Compostela, organisierten Literaturwettbewerb werden durch eine aus mehreren L\u00e4ndern stammende Sch\u00fclerjury der beste spanische, galizische und ausl\u00e4ndische Roman ausgezeichnet. Der spanische Fachbereich unserer Schule widmete und widmet sich jedoch ausschlie\u00dflich der spanischen Literatur. Unsere Kurse w\u00e4hlten mehrheitlich, wie die Spanischklassen aus den USA, Frankreich, England und Russland auch, das von der andalusischen Autorin Sara Mesa verfasste Werk \u201eCicatriz\u201c zum besten spanischen Roman f\u00fcr die Jahre 2016\/2017. Nun war es schon Freude genug, an solch einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Wettbewerb teilzunehmen zu k\u00f6nnen. Doch die gro\u00dfe \u00dcberraschung f\u00fcr mich pers\u00f6nlich sollte noch folgen. Als ich am Anfang dieses Jahres erfuhr, dass ich meine Schule bei der Preisverleihung vertreten solle, fiel ich aus allen Wolken. Im letzten Jahr hatte ich von Mai bis Juni an einem Individualaustausch mit unserer Parnerschule in Santiago de Compostela teilgenommen und deshalb einen Monat lang bei der sehr gastfreundlichen und liebensw\u00fcrdigen Familie meines Austauschpartners Rodrigo Bello verbringen d\u00fcrfen. Am Tag meiner Abreise hatten sie mir eindr\u00fccklich gesagt \u201eVuelve cuando t\u00fa quieras\u201c, was so viel bedeutet wie \u201eDu kannst wiederkommen, wann immer du willst\u201c. Trotz dieses unglaublich netten Versprechens h\u00e4tte ich es nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, meine \u201ezweite Heimat\u201c Galizien so schnell wiederzusehen. Deshalb konnte ich es kaum erwarten, dorthin im Sinne der am 21. M\u00e4rz stattfindenden Preisverleihung endlich wieder zur\u00fcckzukehren. Die Fachbereichsleiterin des Fremdsprachenbereichs unserer Schule, Studiendirektorin Sabine Hartmann, w\u00fcrde mich begleiten. Jedoch entschied ich mich, das Wochenende zu nutzen und schon drei Tage vor dem gro\u00dfen Ereignis anzureisen, um ausreichend Zeit zur Verf\u00fcgung zu haben, all die wunderbaren Menschen und Orte von letztem Jahr wiederzusehen. Und so nahm ich schlie\u00dflich nach einem mehrst\u00fcndigen Aufenthalt in Madrid endlich den Flug nach Santiago de Compostela, der Stadt, in welcher der weltber\u00fchmte Jakobsweg endet. Dort angekommen, konnte ich meine Gastfamilie nach neun Monaten wieder in die Arme schlie\u00dfen. Doch Zeit zum Ausruhen gab es nicht, denn sehr bald nach meiner Ankunft ging es zu den Gro\u00dfeltern, dem Onkel, der Tante und dem Cousin in das nur wenige von Santiago entfernte typische galizische Dorf. Die Wiedersehensfreude war gro\u00df, ich f\u00fchlte mich ehrlich gesagt um neun Monate zur\u00fcckversetzt. Es dauerte nicht lange und die galizische Stimmung hatte von mir erneut Besitz ergriffen. Auch den am Sonntag erfolgten Ausflug an den Atlantik und die zauberhafte galizische K\u00fcste empfand ich wie einen Traum. Mit guter Laune begleitete ich Rodrigo schlie\u00dflich am Montag in die Schule, in der zahlreiche Eindr\u00fccke auf mich einprasselten. Ich war \u00fcbergl\u00fccklich, wenigstens f\u00fcr diesen Kurztrip all die im letzten Jahre gekn\u00fcpften Freundschaften wiederzusehen. Nach sehr kurzer Zeit f\u00fchlte ich mich wieder als ein Teil dieser Schule und dieses einzigartigen galizischen Bildungssystems, das zweisprachig aufgebaut ist und dessen Unterricht sich fundamental von deutschen Schulen unterscheidet. Nachdem ich mich schlie\u00dflich in die Rolle des Gastbruders und Austauschsch\u00fclers wieder komplett eingefunden hatte, \u201everwandelte ich mich dienstags in den Repr\u00e4sentanten meines Spanischkurses aus Deutschland\u201c, wie es die dortige Deutschlehrerin Gemma Paredes so treffend formulierte. Am gro\u00dfen Tag meines Aufenthaltes gab es morgens zun\u00e4chst eine Pressekonferenz, in der auch ich die M\u00f6glichkeit hatte, Sara Mesa Fragen zu ihrem Buch \u201eCicatriz\u201c zu stellen. In jenem besonderen Roman geht es um eine langj\u00e4hrige Internetbekanntschaft zwischen einer Frau und einem Mann, in der letzterer vorgibt, jemand zu sein, der er in Wirklichkeit gar nicht ist. Die Botschaft dieser Geschichte sind die Schattenseiten unserer Kommunikation im Internet, \u00fcber die sich die meisten Nutzer nicht im Klaren sind. Bei der Preisverleihung am Abend hatten die ausl\u00e4ndischen Sch\u00fcler und ich schlie\u00dflich die einmalige Ehre aus Sara Mesas Werk einen Abschnitt in festlicher Kleidung und vor dem gro\u00dfen Publikum vorzulesen. Zudem wurden von uns und der ausgezeichneten Autorin zahlreiche Bilder auf der B\u00fchne gemacht. Doch das anschlie\u00dfende Abendessen im renommierten und luxuri\u00f6sen F\u00fcnf-Sterne Hotel \u201eLos Reyes Cat\u00f3licos\u201c war der absolute H\u00f6hepunkt meiner Reise. Bei einem k\u00f6stlichen F\u00fcnf-G\u00e4nge Men\u00fc am Tisch von Sara Mesa konnte ich nicht nur weitere spanische Kontakte kn\u00fcpfen, sondern auch Menschen in meinem Alter aus Europa und sogar der ganzen Welt kennenlernen. Mit den Repr\u00e4sentantinnen und Repr\u00e4sentanten aus Frankreich und den USA stehe ich immer noch \u00fcber soziale Medien in Kontakt. Nach dem offiziellen Abendessen ging das Feiern jedoch noch weiter. Zusammen mit Rodrigo und einigen Spanierinnen und Spaniern lie\u00df ich diesen tollen Abend und meine unvergessliche Reise in einer coolen Bar bis in die Morgenstunden ausklingen. Lieder wie \u201eDespacito\u201c und \u201eS\u00fabeme la radio\u201c krieg\u2018 ich seitdem nicht mehr aus dem Kopf. M\u00fcde, aber sehr zufrieden nahm ich am n\u00e4chsten Tag zusammen mit Sabine Hartmann, bei der ich mich an dieser Stelle ausdr\u00fccklich f\u00fcr die Begleitung zu diesem einmaligen Ereignis bedanken m\u00f6chte, den Flug nach Madrid. Nach abermals mehrst\u00fcndigem Aufenthalt in der Hauptstadt Spaniens kehrten wir schlie\u00dflich nach Frankfurt am Main zur\u00fcck. Als ich Stunden zuvor beim Starten des ersten Flugzeugs Galizien aus der Luft betrachtet hatte, hatte ich mir die diesmaligen Abschiedsworte meiner Gastfamilie ins Ged\u00e4chtnis gerufen. Wieder einmal: \u201eJoschua, vuelve cuando t\u00fa quieras\u201c. Und darauf kann ich nur sagen:<\/p>\n<p>\u201eJa, das werde ich!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>von Joschua Neeb<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelnhausen\/Santiago de Compostela. 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