{"id":37826,"date":"2018-06-06T08:51:30","date_gmt":"2018-06-06T06:51:30","guid":{"rendered":"http:\/\/grimmels.de\/wordpress\/?p=37826"},"modified":"2018-06-06T08:51:41","modified_gmt":"2018-06-06T06:51:41","slug":"forschungspraktikum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/forschungspraktikum\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>&nbsp;&#8230; am Georg-Speyer-Haus in Frankfurt \u2013 ein Einblick!&nbsp; <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/forschprak.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-37827\" src=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/forschprak-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/forschprak-169x300.jpg 169w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/forschprak-84x150.jpg 84w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/forschprak.jpg 576w\" sizes=\"(max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a>Die Sch\u00fclerin Vivien Grieb und der Sch\u00fcler Nahuel Fernandez des Biologie Leistungskurses Q2.3 (Frau W\u00f6ll) hatten sich f\u00fcr Laborpraktikum am Institut f\u00fcr Tumorbiologie und experimentelle Therapie, dem GEORG-SPEYER-Haus in Frankfurt am Main qualifiziert. Im Folgenden berichten sie von ihren Erfahrungen.<\/p>\n<p><em>Tumor-Mikroumgebung bei der Hirnmetastasierung<br \/>\n<\/em>(von Nahuel Fernandez)&nbsp;<\/p>\n<p>Die vier Tage meines Praktikums habe ich in der Arbeitsgemeinschaft von Dr. Lisa Sevenich verbracht, die sich in ihrem Forschungsteam mit der Rolle der Tumor-Mikroumgebung bei Hirnmetastasen besch\u00e4ftigt.&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Krebserkrankungen k\u00f6nnen dank intensiver Forschung und den daraus resultierenden Therapiefortschritten erfolgreich behandelt werden. Metastasen, insbesondere Hirnmetastasen, stellen jedoch weiterhin die Haupttodesursache bei Tumorpatienten dar, da die verf\u00fcgbaren Behandlungsm\u00f6glichkeiten wie Chemotherapeutika und Bestrahlung nur begrenzt wirksam sind. Neuartige Therapieans\u00e4tze sind daher dringend erforderlich.&nbsp;<\/p>\n<p>Mittlerweile wei\u00df man, dass die \u201eMikro-Umgebung\u201c eines Tumors einen gro\u00dfen Einfluss auf dessen Wachstum hat. Dies betrifft beispielsweise hochspezialisierte Zellen wie u.a. Neuronen, aber auch bestimmte Proteine. Um nun den Einfluss jener Zelltypen auf die Hirnmetastasierung zu erforschen, gibt es verschiedene Verfahren. Die Methode, die wir erlernt haben und anwenden durften nennt sich Immunfluoreszenz. Dies ist eine Analysemethode, bei der Antigene mittels Antik\u00f6rper, an die ein Fluorochrom (=fluoreszierender Farbstoff) gebunden ist, markiert und somit sichtbar gemacht werden. In einem ersten Schritt haben wir Gehirnschnitte von M\u00e4usen mit Hirnmetastasen als Gewebeproben angefertigt und diese dann mit jenen fluoreszierenden Antik\u00f6rpern markiert, um die verschiedenen Gewebsbestandteile in einem Konfokalmikroskop sichtbar zu machen. Durch die entstandenen Bilder lassen sich R\u00fcckschl\u00fcsse auf den Einfluss der umliegenden Zelltypen auf die Tumorzellen ziehen. So k\u00f6nnten wir best\u00e4tigen, dass bestimmte Zellen, die eigentlich das Gehirn vor Tumorzellen abwehren sollen, vom Tumor \u201eumprogrammiert\u201c werden k\u00f6nnen, sodass sie gesundes Gewebe und nicht den Tumor angreifen.&nbsp;<\/p>\n<p>Ein langfristiges Ziel ist, diese Interaktion zwischen Tumoren und ihrem umliegenden Gewebe besser zu verstehen, um in Zukunft effizientere Therapien anbieten zu k\u00f6nnen. Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re, den Tumor eines Patienten in k\u00fcnstlichen Geweben zu vervielfachen, um somit auszuprobieren, welche Therapieform am besten geeignet ist.<\/p>\n<p>Insgesamt war das Praktikum eine gro\u00dfartige Erfahrung, weil ich hautnah miterleben durfte, welche Ans\u00e4tze die aktuelle Tumorforschung verfolgt und wie Wissenschaftler in Laboren arbeiten. Man lernt aber auch die Schattenseiten kennen, z.B. wie lange es dauert, bis man valide Ergebnisse erh\u00e4lt und dass des \u00d6fteren Versuche nicht funktionieren. Die Tatsache, dass in meiner Gruppe nur Englisch gesprochen wurde, war zwar am ersten Tag gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, wurde aber schnell zur Routine.<\/p>\n<p><em>Darmkrebs-Organoide in der Krebsforschung<br \/>\n<\/em>(von Vivien Grieb Q2.3 )<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe von Dr. Henner Farin forscht an sogenannten Organoiden. Dabei handelt es sich um wenige Millimeter gro\u00dfe, organ\u00e4hnliche Mikrostrukturen. Unter geeigneten Kulturbedingungen k\u00f6nnen Organoide aus einer beziehungsweise wenigen Gewebezellen, embryonalen Stammzellen oder induzierten pluripotenten Stammzellen gez\u00fcchtet werden. &#8222;Tumor-Organoide\u201d k\u00f6nnten in der zuk\u00fcnftigen personalisierten Krebsmedizin eingesetzt werden.&nbsp;<\/p>\n<p>Auf dem ersten Bild (rot-blau angef\u00e4rbtes Organoid) ist ein \u201eintaktes\u201c Organoid abgebildet, das sich aus pluripotenten Stammzellen des Darms entwickelt hat. Daher auch die Einst\u00fclpungen. Man k\u00f6nnte das Organoid umgangssprachlich als \u201eMini-Darm\u201c bezeichnen. Bei allen Organoiden sind zum einen die Zellkerne, zum anderen die Zytoskelette mit fluoreszierenden Stoffen markiert. Die Zellkerne &#8211; beziehungsweise die DNA im Nucleolus &#8211; erscheinen daher unter dem Mikroskop bei UV-Licht Bestrahlung blau, die Zytoskelette rot. Hier sind die Einstellungen des Mikroskops so gewesen, dass man beide Zellorganellen sehen kann.&nbsp;<\/p>\n<p>Auf dem zweiten Bild ist ein durch eine Krankheit ver\u00e4ndertes Organoid zu sehen, gewonnen aus den Stammzellen ver\u00e4nderter Darmzellen, die eine Genmutation aufweisen, sodass der Darm keine Einst\u00fclpungen ausbildet und der Organismus \u00fcber normalem Wege keine N\u00e4hrstoffe aufnehmen kann und intraven\u00f6s ern\u00e4hrt werden muss.&nbsp;<\/p>\n<p>Das Praktikum brachte mir einen detaillierten Einblick in die vielf\u00e4ltigen methodischen Arbeitsweisen eines Labors im Allgemeinen und in den Arbeitsalltag eines\/einer Forschers\/Forscherin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#8230; am Georg-Speyer-Haus in Frankfurt \u2013 ein Einblick!&nbsp; Die Sch\u00fclerin Vivien Grieb und der Sch\u00fcler Nahuel Fernandez des Biologie Leistungskurses Q2.3 (Frau W\u00f6ll) hatten sich f\u00fcr Laborpraktikum am Institut f\u00fcr Tumorbiologie und experimentelle Therapie, dem GEORG-SPEYER-Haus in Frankfurt am Main qualifiziert. 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