{"id":42983,"date":"2019-05-28T12:58:04","date_gmt":"2019-05-28T10:58:04","guid":{"rendered":"http:\/\/grimmels.de\/wordpress\/?p=42983"},"modified":"2019-05-26T10:01:33","modified_gmt":"2019-05-26T08:01:33","slug":"forschung-aktuell-praktikum-am-georg-speyer-haus-in-frankfurt-am-main","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/forschung-aktuell-praktikum-am-georg-speyer-haus-in-frankfurt-am-main\/","title":{"rendered":"Forschung aktuell: Praktikum am Georg-Speyer-Haus in Frankfurt am Main"},"content":{"rendered":"<p><strong>Grimmels-Sch\u00fcler sammeln wertvolles Wissen im Bereich der Krebstherapie<\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gelelektro.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-42984\" src=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gelelektro-300x213.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gelelektro-300x213.jpg 300w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gelelektro-150x106.jpg 150w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gelelektro-768x545.jpg 768w, https:\/\/grimmels.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gelelektro.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Biologie als Life Science hat sich in ihrem Fachgebiet \u201eGenetik und Gentechnik\u201c zu einem anwendungsorientierten, wissenschaftlich innovativen und wirtschaftlich relevanten Arbeitsfeld entwickelt. Um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Biologie-Oberstufenkurse Einblicke in Forschungseinrichtungen und deren aktuellste Methoden zu gew\u00e4hren, besuchen Biologie-Kurse des Grimmelshausen-Gymnasiums seit 2017 eine <\/em><em>Sch\u00fclervorlesungsreihe am Institut f\u00fcr Tumorbiologie und experimentelle Therapie, dem GEORG-SPEYER-Haus, in Frankfurt am Main.<\/em><\/p>\n<p>Forschungsrelevante Fragestellungen im Hinblick auf die Ursache, Diagnose und Therapieans\u00e4tze von Krebserkrankungen wurden bei der zuletzt besuchten Auftaktveranstaltung am 25.02.2019 thematisiert und im anschlie\u00dfenden wissenschaftlichen Austausch diskutiert. Eine Besonderheit dieses in der Fachschaft Biologie etablierten MINT-Bausteins ist die M\u00f6glichkeit, sich auf eine Praktikumsstelle am GSH zu bewerben. Bereits seit 2017 haben insgesamt 5 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler diese Zusatzqualifikation im MINT-Bereich erlangt. F\u00fcr hessische Schulen stehen insgesamt nur 20 Praktikumspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung. Den Ansto\u00df f\u00fcr die Bewerbung gab aus Sicht der Sch\u00fcler der Besuch der Vorlesung zum Thema \u201eKrebsentstehung und aktuelle Therapieans\u00e4tze\u201c. Das Interesse an den Forschungsthemen war geweckt und die Sch\u00fclergruppe des Biologie-Grundkurses von Franziska W\u00f6ll beschlossen an der von Februar bis M\u00e4rz stattfindenden Sch\u00fclervorlesungsreihe teilzunehmen. Antonella Ilickovic (Q2.7), Bela Schinke (Q2.5) und Nils Hermann (Q2.7) haben sich hierzu montags um 17.00 Uhr in der Frankfurter Uniklinik bzw. im Georg-Speyer-Haus eingefunden und brachten sich anschlie\u00dfend engagiert in die Diskussionsrunden ein. Dass die Auseinandersetzung mit den \u00fcber die Fachinhalte des Unterrichts hinausgehenden Themen zum Teil in Englischer Fachsprache war, st\u00f6rte sie nicht. Ankn\u00fcpfend an die im Praktikum gesammelten Erfahrungen in den internationalen Arbeitsgruppen konnten Berufsm\u00f6glichkeiten nach einem Studium von MINT-F\u00e4chern erfahrbar gemacht werden. Im Biologieunterricht berichteten sie von ihren T\u00e4tigkeiten w\u00e4hrend des Laborpraktikums.<\/p>\n<p>Wir gratulieren den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu ihrer erfolgreichen Bewerbung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>Heilungschancen von HIV<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Am Montag, den 15. April, begann unser viert\u00e4giges Sch\u00fclerpraktikum am Georg-Speyer-Haus in Frankfurt am Main. Schon am Freitag zuvor erschienen meine zwei Mitsch\u00fcler und ich zu einer Vorbereitungspr\u00e4sentation, die uns Aufschluss dar\u00fcber gab, in welcher Arbeitsgruppe wir vier Tage lang unsere Eindr\u00fccke sammeln durften. W\u00e4hrend Nils Hermann und Bela Schinke gemeinsam in einer Arbeitsgruppe arbeiten durften, kam ich in die Arbeitsgruppe von Frau Dr. Dietrich, dessen Schwerpunkt haupts\u00e4chlich auf HIV und m\u00f6gliche Heilungschancen lag. Ich besch\u00e4ftige mich mit drei anderen Mitsch\u00fclern einer anderen Schule gr\u00f6\u00dftenteils mit dem Nachweis des Chemokinrezeptors 5 (CCR 5), der von HI- Viren in der fr\u00fchen Infektionsphase benutzt wird, um die Infektion im K\u00f6rper zu etablieren. Um diesen Nachweis durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, wurden am ersten Tag Blutproben entnommen, darunter meine und die meiner drei Gruppenmitglieder aber auch die von vier freiwilligen Probanden, sodass wir die DNA aus acht Blutproben isolieren konnten. Mit dieser isolierten DNA wurde es uns erm\u00f6glicht eine PCR durchzuf\u00fchren und es war wirklich spannend, dass theoretisch erarbeitete Wissen aus dem Unterricht auch einmal praktisch anwenden zu d\u00fcrfen. Die entstandenen PCR- Fragmente \u00fcberpr\u00fcften wir letztendlich im Agarosegel und f\u00fchrten somit eine klassische Gelelektrophorese durch. Die Gelelektrophorese sollte uns Aufschluss dar\u00fcber geben, ob es unter den Blutproben F\u00e4lle gibt, bei denen eine Abwesenheit des CCR 5 Rezeptors vorhanden ist. Sofern diese Abwesenheit heterozygotisch veranlagt ist, besteht zwar die M\u00f6glichkeit sich mit HIV zu infizieren, aber der Krankheitsverlauf ist wesentlich langsamer (viele Jahre symptomlos und geringe Viruslast), sodass solche Personen als <em>\u201elong-term non-progressors\u201c <\/em>bezeichnet werden k\u00f6nnen. Die H\u00e4ufigkeit f\u00fcr den heterozygoten CCR 5 Genotypen betr\u00e4gt in der Bev\u00f6lkerung rund 16%, die des homozygoten Genotyps sogar nur rund 1%. Zur gro\u00dfen Freude des GSH zeigten die Ergebnisse unserer Gelelektrophorese, dass unter allen acht Blutproben eine Person mit der heterozygoten Mutation und sogar eine mit der homozygoten vorhanden war. Das Vorhandensein eines Homozygoten, war tats\u00e4chlich das aller erste Mal im Georg-Speyer-Haus und erfreute besonders unsere AG-Leiterin Frau Dr. Dietrich, die eigentlich schon seit einem Jahr pensionierte ist und nur noch f\u00fcr das Sch\u00fclerpraktikum ihre Arbeit verl\u00e4ngerte. Am Donnerstag den 18. April stellten alle Arbeitsgruppen am fr\u00fchen Nachmittag ihre Ergebnisse vor und erz\u00e4hlten aus ihren eigenen Erfahrungen.<\/p>\n<p>Alles in allem war das Sch\u00fclerpraktikum eine tolle Erfahrung und es hat wirklich sehr viel Spa\u00df gemacht all das Wissen aus dem Biologie Unterricht auch mal in der Praxis anwenden zu d\u00fcrfen und einen echten Laboralltag mitzuerleben. Ich bin sehr dankbar f\u00fcr diese Erfahrung und w\u00fcrde es allen zuk\u00fcnftigen Sch\u00fclern unserer Schule empfehlen.<\/p>\n<p><em>(Antonella Ilickovic, Q2.7)<\/em><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong><u>Forschungsfeld Leuk\u00e4mie<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Gemeinsam mit zwei weiteren Sch\u00fclern bekam ich vom 14.3. bis zum 18.3.2019 die M\u00f6glichkeit an einem Sch\u00fclerpraktikum des Georg Speyer Instituts teilzunehmen. Wir wurden dabei an diverse molekularbiologische Verfahren herangef\u00fchrt und erhielten durch die anwesenden Forscher*innen einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen. Forschungsgebiet meiner Laborgruppe war beispielsweise Leuk\u00e4mie und der Einfluss diverser Rezeptoren und Genprodukte auf das Fortschreiten dieser, wobei M\u00e4use als Modell genutzt wurden. Besonders interessant war, dass wir obwohl wir nur Basistechniken kennenlernten, in die Forschungsarbeit eingebunden wurden. So durften wir beispielsweise M\u00e4use genotypisieren, d.h. auf Knockout\/Wildtyp-Gene \u00fcberpr\u00fcfen. Daf\u00fcr mussten wir zuerst die DNA aus Biopsien (bei uns Ohrstanzen) extrahieren, dann die f\u00fcr uns interessanten Gensequenzen mittels einer PCR (<em>Polymerase-chain-reaktion<\/em>) amplifizieren (vervielf\u00e4ltigen) und anschlie\u00dfend unser Ergebnis durch eine Gelelektrophorese (Auftrennung der DNA-Fragmente) visualisieren. Durch unsere Auswertung kann man die Knockout- von den Wildtyp-M\u00e4usen unterscheiden und so weitere Experimente planen.<\/p>\n<p>Wir haben auch ein ganz \u00e4hnliches Verfahren, den <em>Western Blot<\/em>, kennengelernt, um die Pr\u00e4senz bestimmter Proteine zu untersuchen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich haben wir noch viel mehr gemacht, was ich jetzt aber nicht alles im Detail ausf\u00fchren werde. Ich hatte \u00fcber die (fast) Woche das Gef\u00fchl einen authentischen Eindruck in den Alltag als Biologe zu bekommen und m\u00f6chte mich deshalb auch nochmal beim Georg Speyer Haus daf\u00fcr bedanken, dass sie mir so ein tolles Praktikum erm\u00f6glicht haben. Dieses war f\u00fcr mich n\u00e4mlich sehr lehrreich und hat mich in meiner Berufsorientierung stark vorangebracht. Besonders bedanken m\u00f6chte ich mich bei unserem Betreuer Michael, der sich viel Zeit f\u00fcr uns genommen hat und ma\u00dfgeblich f\u00fcr meine positiven Erfahrungen verantwortlich war.<\/p>\n<p><em>(Bela Schinke Q2.5)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>Forschungsfeld Leuk\u00e4mie<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Ich verbrachte mein Praktikum in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Daniela Krause, die sich haupts\u00e4chlich mit der Erforschung von AML (Akute myeloische Leuk\u00e4mie) besch\u00e4ftigt. Hierbei handelt es sich um eine maligne Erkrankung des blutbildenden Systems, speziell dem Teil, verantwortlich f\u00fcr die Bildung von Granulozyten, Monozyten, Erythrozyten und Megakaryozyten. Mithilfe von Laborm\u00e4usen, werden die unterschiedlichen Wirkungen von bestimmten Genen auf die Leuk\u00e4mieerkrankung getestet.<\/p>\n<p>Hier setzte nun unser Praktikum an: Wir genotypisierten M\u00e4use, um ihre Allel-Kombinationen zu ermitteln, also ob sie homozygot Wildtyp, heterozygot oder homozygot \u201emutiert\u201c waren. Dies erfolgt \u00fcber das Verdauen einer DNA-Probe, eine PCR und einer abschlie\u00dfenden Gelelektrophorese. Erst mit den genauen Informationen \u00fcber die Erbinformationen, lassen sich die M\u00e4use sinnvoll in weitere Experimente einbinden. Des Weiteren analysierten wir Proteine mit dem Western Blot Verfahren, fertigten eine Maxi-Prep an und halfen beim S\u00e4ubern, der f\u00fcr die Forschung essentiellen M\u00e4useknochen. Auch der Austausch innerhalb der internationalen Forschungsgruppe, er\u00f6ffnete nochmal ganz neue Perspektiven und gab beispielsweise Einblicke in die Bildungswege anderer L\u00e4nder.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>In den vier Tagen, habe ich einen sehr authentischen Eindruck eines Laboralltags bekommen und wurde direkt in anfallende Arbeit mit eingebunden. Es hat mir sehr viel Spa\u00df gemacht, aber mich auch in meiner Berufsorientierung best\u00e4rkt. An dieser Stelle noch einmal ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n an das Georg-Speyer-Haus f\u00fcr diese M\u00f6glichkeit sowie an Michael Hauding, der uns \u00fcber den Zeitraum betreute.&nbsp; Insgesamt kann ich das Praktikum jedem weiterempfehlen, der die Forschung innerhalb einer Naturwissenschaft, als einen zuk\u00fcnftigen Beruf in Betracht zieht.<\/p>\n<p><em>(Nils Herrmann Q2.7)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grimmels-Sch\u00fcler sammeln wertvolles Wissen im Bereich der Krebstherapie Biologie als Life Science hat sich in ihrem Fachgebiet \u201eGenetik und Gentechnik\u201c zu einem anwendungsorientierten, wissenschaftlich innovativen und wirtschaftlich relevanten Arbeitsfeld entwickelt. 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