„Auch kleine Veränderungen in unserem Verhalten können helfen!“

Maya Helm (Q2) zum Vortrag des Meeresbiologen Marc Lehmann

© Robert Marc Lehmann

Unsere Schule wurde am 14.05.19 von dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann besucht, um den siebten Klassen, sowie zwei Stunden später der Q2, einen interessanten Vortrag über seine Arbeit als Biologe, Forschungstaucher, Kameramann, Fotograf und Umweltschützer zu ermöglichen.

Trotz seines Spezialgebiets als Meeresbiologe ging es nicht nur um Meerestiere, sondern auch um beispielsweise ein Nashorn aus Indonesien oder Lehmanns Zusammenarbeit mit dem nicht weit von uns entfernten Senckenberg Institut zur Untersuchung eines hessischen Flusses.

Im Laufe des Vortrags gab es nicht nur Einblicke in die schönen Bereiche seiner vielfältigen Arbeit, sondern auch einen Blick auf seine Motivation als Umwelt- und Tierschützer.

Auf die Erzählung eines von Wilderern hingerichteten Nashorns, dessen Mörder ausschließlich am Horn interessiert waren, folgten Bilder von Haien, denen noch lebend die Flossen abgeschnitten wurden, die wiederum anschließend auf dem Schwarzmarkt landeten. Und auch Bilder von Orang Utans, deren Lebensraum für Palmölplantagen weichen musste und die zudem oft ihre Eltern beim Abbrennen oder Abholzen des Waldes verlieren, aber nicht ohne sie in der Wildnis überleben können.

Das Problem holte Robert Marc Lehmann anschließend mehr in unsere Nähe. Es wurden Fotos von Vögeln auf Helgoland gezeigt, die heutzutage ihre Nester aus Plastikmüll bauen, statt den üblichen Wasserpflanzen, und zum Teil ihre Jungen damit füttern.Viele der Vögel sterben.

Ein Thema, das uns selbst noch mehr betrifft, bezieht sich auf eingesperrte Tiere, wie z.B. im Zoo. Das Einsperren hat starke Einflüsse auf die Psyche der Tiere und führt zu einer unglaublich verkürzten Lebensdauer. Ein Beispiel dafür sind Haie, welche in der Natur 50 Jahre alt werden können, in Gefangenschaft allerdings meist nach ca. zwei Jahren sterben.

Ein noch näheres Problem bezieht sich auf die anfangs erwähnte Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Institut. Es wurde der sauberste Fluss Hessens auf Artenvielfalt untersucht, doch statt den zu erwartenden bis zu 100 Arten wurden gerade einmal sechs unterschiedliche Arten gefunden.

Anschließend an den Vortrag erhielt der Bio LK der Q2 die Möglichkeit in einem Gespräch weitere Fragen zu stellen. Durch die bunte Mischung an Fragen erhielt der Kurs weitere Einblicke in das Thema Tierschutz und in das Leben von Robert Marc Lehmann. Dabei wurde auch deutlich, dass Lehmann zwar viel Schlimmes schon erlebt hat, doch dass sein Job, für den er lebt, auch aus vielen schönen Momenten besteht, zu denen unter anderem das Retten von Tieren gehört.

Als Abschluss machte der Meeresbiologe den Schülern noch einmal klar, dass selbst kleine Veränderungen in ihrem Verhalten den Tieren helfen können, was schon bei Apps anfangen kann, die einem zeigen, welche Lebensmittel artgerecht sind und vieles weiteres. Die von ihm genannten Apps sind: CodeCheck, ToxFox, Replace Plastic und Fischratgeber.