Schwitzen für die Rechtschreibung

Grimmels – Team am Start beim großen Diktatwettbewerb

„Wenngleich ich mich beileibe akribisch mit rhetorischen Mitteln präpariert hatte, war mir recht blaublümerant zumute.“  Hätten Sie den Satz fehlerfrei geschrieben? Am Donnerstagnachmittag grübelte das fünfköpfige Team des Grimmelshausen Gymnasiums mit ca. 180 anderen Teilnehmern des großen Diktatwettbewerbs über die richtige Schreibweise.

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Constantin Amend beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs

Schüler des Grimmels zeigt lebendigen und betonten Vortrag

Am Montag, den 25.02.2019, vertrat Constantin Amend aus der Klasse 6.4 das Grimmelshausen-Gymnasium beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs des Börsenvereins. Das Kreisfinale fand in der Kopernikusschule in Freigericht statt, wo sich 13 Schulsiegerinnen und Schulsieger trafen, um unter sich den besten Vorleser auszumachen. Beurteilt wurden die jungen Leser von einer fachkundigen Jury, bestehend aus den beiden Deutschlehrern Frau Daniela Dietrich und Herrn Christoph Symalla, der Buchhändlerin Barbara Warlimont und dem Vorsitzenden des Schulelternbeirates der Kopernikusschule Herrn Dr. Jürgen Steiner.

In einer ersten Wettbewerbsrunde lasen die Teilnehmer aus ihnen bekannten Büchern vor, die sie zuhause vorbereitet hatten. Dementsprechend waren die Vorträge durchweg lebendig und die Textauswahl sehr vielfältig. Vertreten waren beispielsweise die Romane Tintenherz, Ostwind, Oberschnüffler Oswald oder ein Band der Drei Fragezeichen-Reihe. Constantin hatte sich für den ersten Teil der fünfbändigen Fantasybuchreihe Percy Jackson entschieden und las eine Passage, bei der er die Emotionen der verschiedenen Rollen besonders gut zum Ausdruck brachte.

Nach einer halbstündigen Verschnaufpause, in der sich die zum Teil doch recht aufgeregt wirkenden Vorleser noch einmal sammeln und stärken konnten, ging es in den zweiten Wettbewerbsdurchgang. Bei diesem mussten alle Teilnehmer aus einem Fremdtext vorlesen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Roman Das Museum der sprechenden Tiere von Helen Cooper. Als besondere Überraschung durften alle Kandidaten eine Ausgabe des Romans am Ende der Veranstaltung mit nach Hause nehmen. Die Kinder lasen jeweils drei Minuten lang fortlaufend aus diesem Buch vor. Hier wurde an der ein oder anderen Stelle deutlich, dass das Vorlesen eines unbekannten Textes doch etwas anspruchsvoller ist, und so trennte sich nun etwas deutlicher „die Spreu vom Weizen“. So wurde zum Beispiel aus beige [baɪ̯ge] oder aus der englischen Mum wurde [mʊm]. Dennoch gaben alle ihr Bestes und die Jury fällte letztlich ihr Urteil unter drei jungen Vorleserinnen, die ins Finale gebeten wurden. Die endgültige Wahl fiel auf Emilija Jeftic von der Albert-Einstein-Schule in Maintal. Constantin landete knapp hinter den drei Siegerinnen und konnte stolz auf seinen lebendigen Vortrag sein.

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Journalistisches Angebot zum Mitmachen

Internationales Projekt „Jugend schreibt“ am Grimmelshausen-Gymnasium

Eine gründliche Recherche führen, Menschen interviewen, Texte redigieren – das Handwerkszeug eines Journalisten ist vielfältig, die Themenbereiche breit gefächert. Diese Erfahrungen sammelt derzeit eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Grimmelshausen-Gymnasiums, die sich gemeinsam mit ihrer Lehrerin Iris Schubert dazu entschlossen hat, am einjährigen Projekt „Jugend schreibt“ teilzunehmen.

 Bereits seit Mitte der 80er Jahre bietet die FAZ in Zusammenarbeit mit dem IZOP-Institut das Projekt „Jugend schreibt“ an. Zu den insgesamt 1948 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland und sogar Teilen Europas zählen im laufenden Durchgang auch die Teilnehmer des Deutsch-Leistungskurses Q3 am Grimmels unter der Leitung von Iris Schubert.

Seit 1. Februar erhalten die Jung-Journalisten die FAZ als E-Paper und haben dadurch die Möglichkeit, das Genre „Zeitung“ gründlich kennenzulernen und selbst eine Strategie zu entwickeln, wie man mit der Fülle des Geschriebenen gewinnbringend umgehen kann.

Darüber hinaus besteht auch ein „journalistisches Angebot zum Mitmachen“, d.h. die Schülerinnen und Schüler können sich einem weitgehend selbst gewählten Thema widmen, es entsprechend journalistisch aufbereiten und es dann zur Veröffentlichung anbieten. Ausgewählte Artikel publiziert die FAZ auf der Seite „Jugend schreibt“, andere werden in der „kleinen zeitung“, die viermal im Jahr herauskommt, abgebildet.

In der Rubrik „Sport und Spaß“ hat beispielsweise Vivien Grieb eine Reportage über die Herausforderungen des Distanzreitens geschrieben und dazu den Reiterhof von Dieter Hannes in Birstein besucht. Im Fokus der Reportage stand die Faszination an diesem Sport, aber auch die Herausforderungen für Mensch und Tier wurden dank gründlicher Recherche und zahlreicher Interviews deutlich. Abgedruckt wurde der Artikel in der dritten Ausgabe der „kleinen zeitung“ im September auf Seite 11.

Außerdem waren auch Beiträge von Vanessa Voges zum Thema „Sportökonomie“ sowie von Carl Köhler, der über das Leben in Singapur berichtete, vertreten. Dies ist ein toller Erfolg für den gesamten Kurs, denn in der „kleinen zeitung“ werden bei weitem nicht alle eingeschickten Artikel veröffentlicht, sondern nur nach gründlicher Auswahl durch die Redaktion.

Bis Ende Januar 2019 bleibt noch Zeit, Artikel zu verfassen und einzureichen, dann endet das aktuelle Projekt. Ob der eine oder andere Teilnehmer in Zukunft als professioneller Journalist arbeitet, wird sich zeigen. Sicher ist aber, dass die Mitglieder des Deutsch-Leistungskurses Q3 wichtige Erfahrungen und Fertigkeiten im journalistischen Bereich sammeln konnten und in Zukunft eine Zeitung und deren Inhalt mit ganz anderen Augen sehen werden.

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Literarische Welten erwachen am Grimmelshausen-Gymnasium zum Leben

Constantin Amend (6.4) belegt den ersten Platz beim Vorlesewettbewerb 2018

„Für mich ist es schön, neben der Heldin meiner Kindheit, neben Pippi Langstrumpf zu sitzen und euch so hier zu begrüßen“, eröffnete die Fachbereichsleiterin Sabine Hartmann den Vorlesewettbewerb 2018 am 8.11. im Kulturkeller des Grimmelshausen-Gymnasiums.

Spannung lag in der Luft, als die sechs Kandidaten aus ihren Lieblingsbüchern vorlasen. Gebannt hörten die gut 60 Gäste – Mitschüler, Freunde, Familie – zu und hätten am liebsten immer weiter zugehört, über die jeweils drei Minuten Vorlesezeit hinaus, denn es gelang allen vortrefflich, ihren literarischen Welten mit ihrer Stimme Leben einzuhauchen. „Vorlesen ist in wunderbares Gemeinschaftserlebnis“, schwärmte die Organisatorin Frau Bischoff bei der Eröffnung des Wettbewerbs, „bei dem man gemeinsam in eine Geschichte eintauchen kann.“

Die tolle Atmosphäre verdankte der Nachmittag neben den Vorlesern auch dem Engagement der Klasse 6.5 von Frau Rohloff, die mit ihrer bunten und lebendigen Bücherausstellung und leckeren Kuchenvariationen für einen schönen Rahmen sorgte. Besonders beliebt in der Klasse scheinen die Reihen „Woodwalkers“, „Harry Potter“, „Charlie Bone“,  „Animox“ und „Die Glücksbäckerei“ zu sein, aber auch viele andere Bücher wurden vorgestellt..

In der ersten Runde wurden selbst ausgewählte Textstellen vorgelesen: Frida Fischinger (6.1) las aus dem Thriller „Erebos“ von Ursula Poznanski, Lara Hergenröther (6.2) aus der Liebesgeschichte „Ohne ein einziges Wort“ von Rosie Walsh, Luna Günther (6.3) aus dem Fantasyroman „Luna im Zeichen des Mondes“ von Anne Buchberger, Constantin Amend (6.4) aus „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ von J. K. Rowling, Max Rümmele (6.5) aus der Tierwandlerserie „Animox“ von Aimee Carter und  Johanna Bonin (6.6) aus dem Thriller „Saeculum“ von Ursula Poznanski.

Wie kann man mit drei Dollar reich werden? So lautete die Frage für den zweiten Durchgang, in dem aus dem Abenteuerroman „Die Mississippi-Bande“ (2017) von Davide Morosinotto vorgelesen wurde. Mit Mut, Kreativität und Zusammenhalt gelingt es den vier Freunden Ed, Te Trois, Julie und Tit, einen Kriminalfall zu lösen, und sie erleben dabei das Abenteuer ihres Lebens.

Im Anschluss an beide Runden beurteilte die Jury die Leseleistung und erstellte ein Ranking. Mitglieder der Jury waren: Lena Schmidt (Schulsiegerin 2018), Fabienne Rampfel (8.3) und Julia Grottke (5.2) (Grimmels Buchland), Frau Happ (Wissenschaftliche Bibliothek), Frau Müller (Brentano Buchhandlung Gelnhausen), Frau Beck (Grimmelshausen Bibliothek Gelnhausen), Frau Kirchner (Deutschlehrerin) und Frau Bischoff (Deutschlehrerin).

Als Schulsieger belegte Constantin Amend den ersten Platz, gefolgt von Max Rümmele (2. Platz) und Johanna Bonin (3. Platz). Neben Urkunden wurden ihnen Büchergutscheine überreicht. Frida, Lara und Luna erhielten Überraschungsbücher, die ihnen hoffentlich Lesevergnügen bereiten.

Constantin Amend wird im Januar 2019 das Grimmels beim Kreisentscheid in Somborn vertreten.

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Vorhang auf für …

… das „Theater der Dämmerung“ am Grimmelshausen-Gymnasium

Bereits zum siebten Mal gastierte am vergangenen Mittwoch auf Einladung des Fachbereiches Deutsch das „Theater der Dämmerung“ am Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen. Im Gepäck hatte das Duo um den Leiter des Theaters, Friedrich Raad, diesmal für die fünften Klassen das Märchen „Die wilden Schwäne“ von Hans Christian Andersen. Organisiert wurde die Veranstaltung von StR. Christine Bischoff.

„Licht- und Schattenspiele mit beweglichen Scherenschnittfiguren“ – so lautet die exakte Definition dessen, was die Künstlergruppe aus dem Rheinland seinem Publikum bietet. Dabei wurde das Märchen zu den Bewegungen der Figuren vorgetragen und mit entsprechender Musik untermalt. Ganz gespannt und voller Konzentration verfolgten die Kinder der fünften Klassen die Geschichte der schönen Königstochter Elisa, die von ihrer bösen Stiefmutter durch einen Zauber derart verwandelt wird, dass sogar der eigene Vater sie nicht erkennt und davonjagen lässt. Zuvor hat die Stiefmutter bereits die sechs Brüder in Schwäne verwandelt, die ebenfalls davongeflogen sind.

Um ihre Brüder zu erlösen, bringt Elisa ein großes Opfer: Sie muss für sie sechs Hemden aus Brennnesseln flechten, darf während dieser Zeit aber kein Wort sprechen. Zwischenzeitlich findet ein König sie und heiratet sie schließlich, obwohl sie während all dieser Zeit stumm bleibt. Heimlich arbeitet sie weiter an den Hemden, wird aber schließlich vom Erzbischof eines Nachts auf dem Friedhof gesehen, wie sie für ihre Arbeit Brennnesseln pflückt, und der Hexerei bezichtigt. So wird sie in den Kerker geworfen und soll anderentags verbrannt werden. Ihre Brüder finden Sie aber, und am Tag der Hinrichtung streift sie jedem das Hemd über, sodass sie sich in Menschen zurück verwandeln. Dadurch wird auch dem König alles klar und er begnadigt sie.

Nach der Vorstellung hatten die Kinder noch Gelegenheit, Fragen zu stellen. So wollte zum Beispiel eine Schülerin wissen, weshalb sich die Gruppe ausgerechnet dieses Märchen ausgesucht habe. „Ich habe dieses Märchen schon in meiner Kindheit geliebt, und es hat mich seitdem nicht mehr losgelassen!“, so die Antwort Friedrich Raads. Voller Begeisterung stürmten die Kinder am Ende dieser spannenden Aufführung noch die Bühne und konnten sich so einen Eindruck verschaffen, wie es hinter den Kulissen eines solchen Schattentheaters aussieht.

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„Der Mund voll ungesagter Dinge“

Vornominierung zum Jugendliteraturpreis am Grimmelshausen Gymnasium

Ein Hauch von Frankfurter Buchmesse wehte durch die Räume des Kulturkellers am Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen. Am Donnerstag, 20.09. 2018, hatten sich nämlich zahlreiche Lesefans zusammengefunden, um der „Vornominierung“ des Jugendliteraturpreises 2018 beizuwohnen und selbst als Jury zu entscheiden, welche Werke es in die engere Auswahl schaffen sollten.

Nach jeweils einem Grußwort der Fachbereichsleiterin I, Frau Sabine Hartmann, und der Initiatorin der Veranstaltung, Frau Christine Bischoff, ging es auch sofort los. In der ersten Runde wurden zuerst einmal die nominierten Jugendbücher vorgestellt. Dies übernahmen Schüler von der 7. bis zur 13.Jahrgangsstufe, die die nominierten Bücher gelesen hatten. Mit ein paar Worten über das Buch im Allgemeinen und dem Vorlesen eines ausgesuchten Textausschnitts versuchten sie, den Zuhörern das Buch näher zu bringen. Jedes Buch durfte mithilfe eines Bewertungsbogens von allen Zuschauern auf Herz und Nieren geprüft werden, wobei es nicht nur Schwankungen zwischen anwesenden Lehrern und Schülern gab, sondern auch überzeugte Leser ihres Buches das Genre wechselten. Gewinner der Vornominierung war aber dann doch ziemlich deutlich das Buch ,, The Hate You Give“ von Angie Thomas, die die Unterdrückung von Afroamerikanern aus der Sicht eines 16-jährigen Mädchens darstellt, das sogar dabei zusehen muss, wie ihr bester Freund von einem Polizisten erschossen wird.

Viel Zeit, sich über alle sechs nominierten Bücher zu unterhalten, blieb allerdings nicht, denn direkt im Anschluss fand die zweite Runde der Vornominierung statt, in der Bücher vorgestellt wurden, die von der Jugendjury zur Nominierung  vorgeschlagen wurden. Auch  ,,The Hate You Give“ war hier wieder auf der Liste zu entdecken. Doch nach der Vorstellung aller sechs nominierten Bücher gab es wiederum eine schwere Entscheidung zu treffen. Alle Bücher behandeln spannende Themen und alle Bücher haben ihren Reiz. Dies ließ sich auch ziemlich deutlich im Ergebnis der Nominierung erkennen, wo gleich zwei Bücher das Rennen um den ersten Platz machten. Der Science-Fiction-Roman „Illuminae“,  der unter anderem durch seinen interessanten Schreibstil überzeugte, und der Jugendroman ,,Der Mund voll ungesagter Dinge“, der die Probleme des Erwachsenwerdens beschreibt, waren sich ebenbürtig und erhielten letztlich die meisten Punkte.

Nachdem die Literaturfreunde des Grimmelshausen Gymnasiums nun aber wissen, welche Bücher zu ihren Favoriten gehören, ist die Spannung umso größer, welches der Bücher denn nun am 12.10. 2018 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse den Jugendliteraturpreis 2018 gewinnen wird.

(Mareike Buchberger)

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Preisverdächtig …

Vorabnominierung zum deutscher Jugendliteraturpreis 2018 am GRIMMELS

Noch Leser*innen gesucht (v.a. für die Titel “Illuminae” und “Pferd,Pferd,Tiger, Tiger”)

Welches Buch wird den Jugendliteraturpreis 2018 bekommen? Eine erste Einschätzung wollen wir am Grimmels am 20.9.2018 bei unserer internen Vorabnominierung treffen. Bisher sind 11 Leser*innen und Leser dabei, die Werke der Longlist zu sichten und eine eigene Einschätzung zu treffen. Weitere Teilnehmer sind noch willkommen und können sich gern bei Frau Bischoff melden.
Der Jugendliteraturpreis (insgesamt mit 72.000 Euro dotiert) wird seit 1956 jährlich verliehen, Stifter ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Organisation von Preisfindung und Preisbekanntgabe liegt beim Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.
Insgesamt sind 32 Titel nominiert.
Nicht alle können wir in unserer Vorabnominierung berücksichtigen. Wir haben uns für die Sparten „Jugendbuch“ und „Preis der Jugendjury“ entschieden und so stehen am GRIMMELS 11 Titel zur Debatte, die im Folgenden kurz skizziert werden.
Die einzelnen Titel beschäftigen sich mit unterschiedlichen Zeitebenen (der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft) und der Verknüpfung miteinander.

Erinnern & Erklären
Um die heutige Welt entschlüsseln zu können, müssen wir auch das Gestern mit in Betracht ziehen. Drei der nominierten Bücher setzten sich kritisch mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander und fragen nach der Manipulierbarkeit von Menschen. Ganz zentral dabei ist, eigne Standpunkte zu finden und ggf. auch mutig verteidigen zu können. Ein Beispiel dafür ist der Roman von Johannes Herwig

Johannes Herwig “Bis die Sterne Zittern” (ab 14)
Leipzig in den 1930er Jahren:
Die Gleichschaltung durch das Nazi-Regime schreitet voran und dominiert mit Hitlerjugend und BdM auch die Jugendkultur. Es scheint keine Alternative zu geben.
In Leipzig formieren sich dennoch oppositionelle Jugendgruppen, die so genannten „Leipziger Meuten“, Jugendliche, die sich nicht gleichschalten lassen und eine eigne Jugendkultur entwickeln und pflegen. Über zwei Jahre gelingt es ihnen, einige Straßenzüge für sich zu gewinnen, dann werden sie harsch verfolgt, waren also eine zeitlich begrenzte Gegenkultur. Die Jugendjury fragt sich: Würde ich Widerstand leisten?

John Boyne “Junge auf dem Berg” (ab 12)
Für den jungen Pierrot stellt sich diese Frage zunächst nicht. Als Sohn einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters wächst er in Paris auf. Nach dem Tod seiner Eltern muss er emigrieren: von Frankreich nach Deutschland, zu seiner Tante, die für Hitler auf dem „Berghof“ auf dem Obersalzberg arbeitet.
Damit beginnt ein perfides Kammerspiel, in dessen Verlauf Pierrot zunehmend in den Bann des Führers gerät und zu einem überzeugten Nazi mutiert. Wie kann so etwas geschehen? Wie (leicht) lassen sich Menschen manipulieren? Schafft der Roman Verständnis für etwas, wofür man eigentlich kein Verständnis haben kann?

Manja Präkels “Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß” (ab 16)
Dass wir auch heute nicht vor der Verführung durch griffige Parolen, Hass und Gewalt gefeit sind, das zeigt dieser autobiografisch geprägte Post-Wende-Roman.
Mimi wächst in den 1980er und 90er Jahren in der brandenburgischen Provinz auf und erinnert sich später an ihren Freund Oliver, der sich selbst „Hitler“ nannte und in der Neonaziszene der 1990er Jahre zu einer führenden Figur wurde. Manja Präkels erzählt vielschichtig und durchaus mit Humor von DDR-Kindheit, aber auch vom Vakuum und von der Anfälligkeit einer Gesellschaft nach dem Zusammenbrechen eines Systems.

Zukunftsvisionen
Je weiter die digitale Entwicklung und die Fortschritte von künstlicher Intelligenz gehen, desto drängender erscheinen die Fragen nach möglichen Folgen.
Sciencefiction-Romane loten dies literarisch aus.

Karl Olsberg “Boy in a white room“ (ab 13)
Ist Leben in einer rein digitalen Welt noch real? Was heißt es eigentlich, Mensch zu sein? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz? Manuel wacht in einem virtuellen Raum auf und hat keinerlei Erinnerung an das, was vorher geschah.
Eine computergenerierte Stimme ermöglicht ihm über das Internet Kontakt zur Außenwelt. Rasch stellt sich heraus, dass in diesem Thriller nichts so ist wie es scheint. Stück für Stück enthüllt Manuel die Geheimnisse um seine Existenz.

Amie Kaufman und Jay Kristof “Illuminae” (ab 14)
Wir verlegen die Zukunft in den Weltraum: Nach einem Angriff auf ihren Planeten kann sich Kady auf ein Raumschiff flüchten. Einige der Flüchtlinge haben allerdings ein Virus mit an Bord gebracht. So geht die Gefahr nicht mehr nur von außen aus. Die einzige Hoffnung liegt auf AIDAN, der Künstlichen Intelligenz des Raumschiffs, ist beschädigt.
Kann sie noch Entscheidungen zum Wohle der Besatzung treffen?
Eine spannende Herausforderung an den Leser, der sich die Ereignisse anhand von Chatprotokollen, E-Mails, Videoskripten, Geheimakten und Funksprüchen erschließen muss. Aufwändig gestaltet ist das Layout mit Graphic Novel-Elementen.

Mission Alltag
Da kommt einiges auf uns zu in der Zukunft, dabei bietet der aktuelle Alltag doch schon genug Herausforderungen.

Mette Eike Neerlin “Pferd, Pferd, Tiger, Tiger” (12)
Für die 15 jährige Honey ist Alltag, was für andere Ausnahme ist: Wegen ihrer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hat sie zahlreiche Operationen hinter sich empfindet sich selbst als hässlich. Die Eltern sind geschieden und sie wächst mit ihrer geistig behinderte Schwester bei ihrer oberflächlichen Mutter auf. Trotz allem lässt sich Honey nicht unterkriegen und versucht, das Leben zu meistern. Hierbei sind es oft Zufälle, die ihrem Leben neue Wendungen geben. Eine wichtige Begegnung ist hier, die Freundschaft mit dem sterbenden Marcel, den sie in einer Hospizeinrichtung kennenlernt.
Der Roman beschäftigt sich mit existenziellen Themen, tut dies aber mit Leichtigkeit und Witz und die außergewöhnliche und sympathische Hauptfigur zieht die Leser schnell im ihren Bann.
Ein chinesisches Sprichwort scheint treffend für ihre Situation.
„Mama huhu“ – übersetzt heißt es: „Pferd, Pferd, Tiger, Tiger“, und bedeutet: Etwas ist nicht richtig gut, aber es könnte auch schlimmer kommen.

Stefanie Höfler “Tanz der Tiefseequalle” (ab 12)
Eine ähnliche Sichtweise hat auch Niko: Er ist der Dicke in der Klasse und seine Mitschüler machen ihm das Leben zur Hölle.
Normalerweise hält er sich im Hintergrund. Doch kommt er aus sich heraus, um Sera gegen den coolen Marco beizustehen. Das hat Folgen. Und das Leben und die Weltsicht der beiden Hauptfiguren verändert sich radikal. Zweistimmig und mit kapitelweisem Perspektivwechsel erzählt Stefanie Höfler von Freundschaft und Selbstfindung.

Anne Freytag “Den Mund voll ungesagter Dinge” (ab 14)
Aus Freundschaft kann auch mehr werden, wie bei Alex und Sophie.
Doch bis die beiden Mädchen sich aufeinander einlassen können, dauert es: Denn Sophie ist eher verschlossen und Alex hat einen Freund.
Außerdem ist es für beide das erste Mal, dass sie sich für ein anderes Mädchen interessieren …
Es ist ein poetischer Roman über die Liebe, wie stürmisch, stark und wunderbar es sich anfühlt, das erste Mal verliebt zu sein.

Lena Gorelik “Mehr Schwarz als Lila” (ab 15)
Alex, Paul und Nina sind vermeintlich untrennbare Freunde, die mit Spielen und Mutproben Grenzen ausloten und überschreiten. Als der neue Referendar auftaucht, laufen ihre Mutproben immer weiter aus dem Ruder …
Eine sprachgewaltige Erzählung über Freundschaft, erste Liebe und Vertrauen.

Lauren Wolk “Das Jahr, in dem ich lügen lernte” (ab 12)
Lauren Wolks Roman über Mobbing und falsche Anschuldigungen spielt in den USA der 1940er Jahre, wirkt aber zeitlos, weil er ganz universelle Fragen stellt:
Welche Folgen haben Lügen? Muss man sich unmoralischen Menschen gegenüber moralisch verhalten? Annabelle wird von Betty terrorisiert. Um Annabelle spannt sich schon bald ein Netz aus Lügen. Der schonungslose Roman behandelt wichtige Themen wie Zivilcourage, Mut und Gerechtigkeit.

Angie Thomas: “The Hate U Give” (ab 14)
Um Ausgrenzung, Zivilcourage und Mut geht es auch in dem zweiten Buch aus den USA und es ist politisch höchst brisant: „The Hate U Give“ von Angie Thomas erzählt von Rassismus, Vorurteilen und Polizeigewalt gegenüber Schwarzen. Wie brisant und aktuell das Buch heute ist, zeigt, dass das Buch gleich in zwei Sparten für den Jugendliteraturpreis vorgeschlagen wurde – und zwar in den Sparten „Jugendbuch“ und „Preis der Jugendjury“. 
Starr wächst zwischen den Welten auf. Sie wohnt in einem von Gangkonflikten geprägten Schwarzenghetto, besucht aber eine vornehmlich von Weißen besuchte Privatschule. Die Situation eskaliert, als ihr Freund Khali von einem weißen Polizisten erschossen wird und sie die einzige Zeugin ist.
Der Roman gibt Einblick in die Hintergründe der Black-Lives-Matter-Bewegung. Mit einer couragierten weiblichen Heldin.

Welche beiden dieser 11 Bücher würden wir nominieren, wenn wir Mitglieder der Jury wären? Darum wird es in der Veranstaltung am 20.9.2018 ab 16 Uhr gehen, zu der Kritiker*innen und interessierte Zuhörer gleichermaßen herzlich eingeladen sind. Ganz verschiedene, aber allesamt spannende Neuerscheinungen warten auf ihre Entdeckung.

(StRn Christine Bischoff)

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Besuch einer Autorenlesung von Christian Duda

Am 29.5.2018 machte die Klasse 7.2 einen Ausflug, zusammen mit den Lehrerinnen Fr. Bischoff und Fr. Gerlach zu einer Autorenlesung von Christian Duda im Frankfurter Literaturhaus. Das Thema war das Buch „Gar nichts von Allem“, das zweite Buch der Trilogie „Elke“, „Gar nichts von Allem“ und „Milchgesicht“, welches dieses Jahr noch erscheinen wird. „Gar nichts von Allem handelt von einem pubertierenden Jugendlichen, der in den 70er Jahren lebt und deutsche als auch arabische Wurzeln hat. Er geht auf ein Gymnasium und wird von seinem Vater geschlagen, wenn er etwas falsch macht. Magdi und seine Geschwister müssen immer besser sei als alle anderen Kinder und dürfen niemals negativ auffallen sonst schlägt der Vater zu. Zudem kommen die vielen Vorurteile, die ihm Probleme bereiten.

Die Lesung fand in einem großen Saal statt, indem sehr viele Schülerinnen und Schüler platzfanden. Christian Duda las sein Buch sehr spannend, lebendig und mit viel Gestik vor. Es machte Spaß ihm zuzuhören und selbst für die Leute, die das Buch schon gelesen hatten, war es eine großartige Erfahrung es nochmal von dem Autor zu hören. Nachdem er aus seinem Buch vorgelesen hatte war er für Fragen offen und tatsächlich meldeten sich eine Menge Schüler und stellten interessante Fragen, die Christian Duda offen und ehrlich beantwortete.

Er erklärte viele Sachen, wie z.B. das er Stellen aus seinem eigenem Leben in sein Buch geschrieben hat und warum er bestimmte Sache so geschrieben hat und nicht anders. Er erzählte auch wieso er direkt gesprochen hat, um somit dem Leser das Gefühl zu vermitteln, dass es wirklich die Gedanken von Magdi sind, darum schrieb er in der Ich-Perspektive. Die Wörter, die er benutzt, werden von Jugendlichen auch in der Realität benutzt und stelle eine Art Verbindung zwischen Magdi und dem Leser her. Er schrieb das Buch, weil er gerne über Sachen schreibt, die mit der jetzigen Realität zu tun haben und er mit seiner Trilogie, die von dem Ähnlichen Thema handelt zeigen will, wie Kindheit zu verschiedenen Zeiten war. Alles n Allem war es ein sehr interessanter Tag für die Klasse 7.2 und alle waren begeistert, wie sich nacheiner Umfrage in der Klasse herausstellte.   

(Niklas Kitzmann, 7.2)

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Lea Schmidt (6.3) ist Schulsiegerin des Vorlesewettbewerbs 2017

Obwohl die Aula gut gefüllt ist und fast alle der aufgestellten Plätze besetzt sind, ist es in der Aula so ruhig, dass auf das Mikrofon verzichtet werden kann, als am Donnerstag, dem 2.11.2017, die sechs von ihren Klassen nominierten Kandidatinnen – in diesem Jahr ausnahmslos Mädchen – zum Schulentscheid antreten. 

In der ersten Runde lesen die Kandidatinnen aus selbst ausgewählten Büchern vor und hatten im Vorfeld die Gelegenheit, die Betonung zu proben und mit Lesetechniken zu experimentieren. Allen sechs Vorleserinnen war ihre Begeisterung anzumerken: Nicole Leicht (6.4) hatte mit ihrer lustigen Passage aus Alice Pantermüllers „Lotta leben“ aufgrund ihrer charmanten und gut gesetzten Betonung viele Lacher des Publikums auf ihrer Seite. Lea Schmidt (6.3) entführte die Zuhörer mit ihrer lebendigen Betonung, die literarischen Figuren Leben einhaucht, in die Welt von Percy Jackson. Nele Rimbas (6.2) las aus „Armans Geheimnis“ vor und Luna Würfel (6.1) las pointiert und witzig aus Juman Kliembensteins „Der Tag, an dem ich cool wurde“. Begeisterung war auch Amelie Steinborn (6.5) anzumerken, als sie aus Kerstin Giers „Rubinrot“ vorlas und Klara Erdmann (6.6), die aus Mik Wilks „Mirror Scape“ las.

Im zweiten Durchgang lasen die Kandidatinnen die ersten Kapitel aus dem Jugendbuch „Feo und die Wölfe“ (2017) von Catherine Rundell, das die Organisatorin des Wettbewerbs, die Deutsch- und Geschichtslehrerin Frau Bischoff, ausgewählt hatte. 

Im Anschluss an beide Runden beurteilte die Jury die Leseleistung und erstellte ein Ranking. In der Jury saßen: Emily Müller (Schulsiegerin 2016), Tabea Taubert und Tim Metschan (Grimmels Buchland und Klasse E2), Frau Metz (Wissenschaftliche Bibliothek), Frau Schaaf (Grimmelshausen Buchhandlung Gelnhausen), Frau Beck (Grimmelshausen Bibliothek Gelnhausen) und Frau Bischoff.

Als Schulsiegerin belegte Lea Schmidt den ersten Platz, gefolgt von Luna Würfel (2. Platz) und Nicole Leicht (3. Platz). Neben Urkunden wurden ihnen Büchergutscheine überreicht. Nele, Amelie und Klara erhielten als Dankeschön Überraschungsbücher, die ihnen hoffentlich Lesevergnügen bereiten. 

Lea Schmidt wird im Januar 2018 das Grimmels beim Kreisentscheid vertreten. 

In der Bildergalerie gibt es von allen Vorleserinnen ein Bild. Übrigens, die Pippi Langstrumpf, die unsere Aula in einen schönen Leseraum verwandelte, war eine Leihgabe von Frau Horstkamp aus der Brentano-Buchhandlung in Gelnhausen.

Um auch über den Vorlesewettbewerb hinaus Impulse zu setzten, die zum Lesen motivieren können, kündigte Frau Bischoff zwei weitere Leseaktionen an:

Erstens sucht die Grimmelshausen Buchhandlung Testleser/innen  aller Jahrgangsstufen (!), die ausgewählte Neuerscheinungen lesen und ihren Eindruck in Form kurzer Texte rückmelden. (Wer Interesse hat, kann sich gern bei Frau Bischoff melden.)

Zweitens wird unmittelbar nach den Sommerferien die Longlist des Jugendliteraturpreises veröffentlicht. Vor der Nominierung des Siegers auf der Buchmesse soll am Grimmels eine Leseveranstaltung stattfinden, bei der alle aktiv mitwirken können, die eines der nominierten Bücher gelesen haben (Schüler, Lehrer und Eltern). Im Rahmen der Veranstaltung können Lieblingskandidaten ermittelt werden, um dann die Preisvergabe mit noch größerer Spannung verfolgen zu können. Die Veranstaltung soll zum einen zum Lesen ausgezeichneter Neuerscheinungen motivieren und zum anderen die Frankfurter Buchmesse fester in Gelnhausen verankern.

Text: Christine Bischoff        Bilder: Bennet Schomburg

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„Nicht was, sondern wer will ich werden?“

Quelle: Gelnhäuser Tageblatt vom 13.9.2016

POETRY SLAM „Wortspieler“ jonglieren im GGG-Keller mit Lyrik

GELNHAUSEN (jkm). Das Spiel mit den Wörtern, eine Verzahnung von lyrischen Elementen und ein kritischer Blick auf gesellschaftliche Themen: Davon lebt Poetry Slam. Für einen Vortrag der etwas anderen Art konnte das  Grimmelshausen Gymnasium Gelnhausen zwei bekannte „Wortspieler“ gewinnen, die gestern im Kulturkeller der Schule auftraten.
„Die Schülerinnen und Schüler sollen einen etwas anderen Blick auf Lyrik bekommen“, berichtet die Fachsprecherin für Deutsch, Sabrina Becker, die für die Organisation zuständig war: „Es geht darum Grenzen abzubauen und zu überwinden und die Angst vor der Poesie zu nehmen.“
Dies geschehe auch durch die Interaktion mit dem Publikum, von der Poetry Slam lebe, wie Bas Böttcher und Samuel Kramer bewiesen, die extra für ihren Auftritt am Grimmels ein eigenes Programm zusammengestellt hatten. „Ich bin für euch um halb vier in Berlin aufgestanden“, eröffnet Böttcher: „Wenn also was schiefgeht, schiebe ich es auf mein frühes Aufstehen“, lacht er. Böttcher ist einer der Mitbegründer der deutschsprachigen „Spoken- Word-Szene“.
Seine Texte gelten als Klassiker der zeitgenössischen Bühnenlyrik. So finden sich seine Texte in vielen großen Gedichtbänden wieder. Neben Tourneen durch deutsche Literaturhäuser, trat er unter anderem in San Francisco oder Peking auf und wurde bereits als „Pop-Poetry-Pionier“ betitelt. Dabei findet er Inspiration in vielen Dingen des Lebens: „Zum Beispiel, als ich heute Morgen am Bahngleis stand, las ich auf der Anzeigentafel das Wort „Beach“. Ich dachte mir: In den Zug sollte ich einsteigen. Dabei war es nur der Anfang einer Laufschrift, dass ich etwas beachten solle.“ Böttcher ist der Sieger der ersten deutschen Meisterschaft und steht seit vielen Jahren auf der Bühne. Er beeindruckt mit Wortspielen und jener genannten Verzahnung, die den Laien zunächst bewundernd zurücklässt. Ein so in zwei Minuten vorgetragenes Stück ist ein Vielfaches an Arbeit, erfordert eine große Menge Inspiration aber auch das richtige Geschehnis am richtigen Ort. Schon beim Wort „Mensch“ zeigt er die Diskrepanz, die er in einem Wort sieht: „Mensch ist in vielem enthalten, auch in zusammenschlagen, aber gesprochen auch im Wort Blumenstrauß.“ Böttcher hielt auch eine Lobrede auf den „Fehler“: „Fehler sind besonders wichtig. Vor allem in der Schule. Durch sie lernt man vieles. Die Schule ist auch der einzige Ort, wo Fehler weitestgehend ohne Konsequenzen sind. Es stürzt kein Haus ein, wenn man sich verrechnet.“
Mit seinen kurzen Auftritten wechselte sich Böttcher mit Samuel Kramer ab. Der Dichter, Slampoet und Künstler schreibt seit seiner frühen Jugendzeit. Unter dem Künstlernamen „teilversuch“ publiziert er auch online seine Gedanken und Texte. Mit diesen und seiner ganz eigenen Art des Vortrags wurde er 2013 U20-Hessenmeister und holte sich in diesem Jahr den Titel bei den „Senioren“. Somit ist er amtierender hessischer Meister, was die Ansprüche hoch setzte, welche aber von Kramer in vollem Umfang erfüllt wurden. „Als ich damals Abitur machte, sollte ich die Abschlussrede halten, weil mir gesagt wurde, ich mache da doch irgendwas mit Worten. Eigentlich hatte ich keine Lust darauf, aber dann verfasste ich dazu ein Gedicht.“ Dies könne er immer noch auswendig, auch „wenn mein Abitur gefühlt ewig her ist.“ Kramer geht dort kritisch mit dem „richtigen Weg“ um, der einem nach dem Schulabschluss propagiert wird: „Nicht was, sondern wer will ich werden. Bewaffnet mit Zuversicht, setze ich den ersten Schritt. In den Sand.“

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