Spatenübergabe im Schulgarten

Schulgemeinde des Grimmels bedankt sich bei Frau Harms für die Leitung der Schulgarten-AG

Der Schulgarten des Grimmelshausen-Gymnasiums ist ein naturnaher Lern- und Erlebnisraum, der von der Schulgarten- sowie Imkerei-AG aktiv gestaltet und bewirtschaftet wird. Für die Schulgemeinde entsteht damit ein „grünes“ Klassenzimmer, das Anknüpfungsmöglichkeiten für verschiedenste Projekte bietet.

Frau Harms hat die Schulgarten-AG seit 2018 geleitet und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Naturphänomene in direkter Begegnung erfahrbar gemacht. Auch die Schulgemeinde profitierte von Frau Harms Einsatz, indem beispielsweise nach der Apfelernte die Früchte im Caféhaus des GGG angeboten wurden.

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Von Wildkatze, Wolf und Co.

Biologie-Leistungskurse des Grimmels zu Besuch am Senckenberg-Forschungsinstitut Gelnhausen / Thema: Wildtiergenetik

Auch dieses Jahr haben Schüler/innen und Lehrer/innen des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen ehrenamtlich Lockstockpatenschaften übernommen. Die mit Baldrian eingeriebenen Holzstöcke werden dazu genutzt, den Bestand und die Ausbreitung von Wildkatzen in Deutschland zu bestimmen. Wenn sich nun ein Tier an dem präparierten Lockstock gerieben hat, werden die daran hängen gebliebenen Haare von den Ehrenamtlichen eingesammelt und direkt im Senckenberg-Forschungsinstitut in Gelnhausen molekulargenetisch ausgewertet. Es lässt sich mit dieser Methode feststellen, ob sich wirklich eine Wildkatze in dem Waldstück aufgehalten und sich am Lockstock gerieben hat.

Um zu erfahren, wie die gesammelten Haarproben ausgewertet werden, besuchten am 12. Februar 2020 die Biologie-Leistungskurse der Q2 unter der Leitung von Frau Wöll und Herrn Niggemann die naturwissenschaftliche Forschungseinrichtung der Senckenberg-Gesellschaft in Gelnhausen.

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Grimmels erlangt neues Qualitätssignet – „Ernährung und Konsum“

Das Grimmelshausen-Gymnasium hat sich durch die Initiierung, Durchführung, Dokumentation sowie Evaluation für die Auszeichnung mit diversen Zertifikaten qualifiziert. Das kürzlich erworbene Qualitätssignet, das zum Programm „Schule und Gesundheit“ gehört und durch das Kultusministerium Hessen unterstützt wird,  konnte unter Federführung von Ingrid Ström erlangt werden. Am 27.01.20 wurde die Plakette zum Teilzertifikat „Ernährung und Konsum“ vor dem Sekretariat angebracht. Damit werden  Schulen ausgezeichnet, die explizit auf die Vermittlung eines gesunden und nachhaltigen Ernährungs- und Konsumverhaltens besonderen Wert legen.

Zu diesem Zertifikat gesellt sich ebenso die erneute Auszeichnung als „Mint-freundliche“ Schule, welche die vielfältigen Aktivitäten und besondere Angebote im MINT-Fachbereich wie beispielsweise die Profilbildung in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern, die Teilnahme an regionalen und überregionalen Wettbewerben, die Unterstützung bei der Berufswahlorientierung unter Berücksichtigung der MINT-Berufe sowie die Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen betrifft.

Ebenso ist das Grimmels zum siebten Mal Umweltschule geworden. Diese Zertifizierung wird gemeinsam vom Hessischen Kultus- und Umweltministerium für das besondere Engagement einer Schule im Bereich „Umweltbildung“ sowie für deren Leistungen im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ vergeben.  

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Naturforschung am Grimmels – die Zweite!

Start der neuen Projektrunde zum „Umweltmonitoring“ der Klassen 7 und Q2

Am 17. und 21. Januar 2020 fanden bereits zum wiederholten Mal zwei Projekttage zum Thema „Biotop- und Artenschutz am Beispiel der Europäischen Wildkatze“ statt, zu deren Umsetzung Frau Susanne Schneider, Naturschutzmanagerin des BUND Hessen, zum wissenschaftlichen Austausch am Grimmels war. In ihrem Vortrag ging es zunächst um die Biologie der Wildkatze. o erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über arttypische Verhaltensweisen, Abstammung, Habitatansprüche, Vorkommen und Schutzstatus der Wildkatze. Dass die Wildkatze als „besonders geschützte Art“ auf der roten Liste erscheint, ist primär auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie stark bejagt, was zur Ausrottung in vielen Teilen Deutschlands führte. Heute erschweren Straßennetze, Ballungsräume, Bahntrassen und somit die sukzessive Zerschneidung von Lebensräumen den Artbestand. Dass das Thema „Biotop- und Artenschutz“ am Beispiel der Stellvertreterart Wildkatze zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler aufwirft, ließ sich im lebhaft gestalteten Expertengespräch mit Frau Schneider bestätigen.

Neben dieser zunächst theoretischen Einbettung besteht die Möglichkeit, freiwillig an zwei jahrgangsübergreifenden Praxismodulen teilzunehmen, bei dem interessierte Schülerinnen und Schüler über zwei Monate hinweg Waldareale analysieren, selbst Biodiversitätsforschung betreiben und so einen möglichst authentischen Bezug zum Projekt herstellen können. Ob und inwiefern sich die Wildkatze ihren Lebensraum in und um Gelnhausen zurückerobert, wird hierbei mittels Umweltmonitoring überprüft. Die so heimliche und scheue Wildkatze kann mit Hilfe der sogenannten „Lockstock-Methode“ und Wildtierkameras nachgewiesen werden. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler wird es sein, die aufgestellten Lockstöcke ca. einmal wöchentlich mit Baldrian zu präparieren (Wildkatzen reagieren auf diesen Duftstoff) und diese auf Fellproben zu kontrollieren. Bei der Auswahl der vorgegebenen Waldareale arbeitet die Fachschaft Biologie mit den Förstern Herr Schilling (Forstamt Jossgrund) sowie Herr Rippl (Forstamt Gelnhausen) und Naturschutzbeauftragten der Region zusammen. Im Verlauf der Module bestand ebenso die Möglichkeit, mehr über den Beruf des Försters sowie Ausbildungs- und Studienoptionen in diesem Fachbereich zu erfahren. Miguel T., Schüler des Biologie-Leistungskurses Q1, absolvierte im Juni 2019 ein zweiwöchiges Praktikum bei Herrn Rippl und konnte von seinen positiven Erfahrungen berichten. 

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Das Grimmels ist erneut „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“

Ein Rückblick von Vivian Rugowsky (8.2) und Paula Stoll (Q3.7)

Klimawandel betrifft alle

Im Biologieunterricht der Klasse 7.2 haben wir uns im 2. Halbjahr des Schuljahres 2018/19 intensiv mit Themen rund um den „Natur- und Artenschutz“ befasst. Auch die übrige Schulgemeinde beschäftigte sich ausführlicher mit den negativen Konsequenzen menschlichen Handelns auf die Umwelt als in früheren Jahren, vor allem auch hinsichtlich des uns alle betreffenden Klimawandels. Dies äußerte sich zum Beispiel in einer Aktion „Fridays for future“ am Freitag, 15.März, während dieser alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule und andere Schulen europaweit Klimaschutzaktionen organisierten, um auf den Klimawandel und dem zum Teil verharmlosenden Umgang mit dem Phänomen aufmerksam zu machen. Durch den Klimawandel sind nicht nur wir Menschen betroffen, sondern auch Tiere und alle anderen Lebewesen. Aus diesem Grund hat die Schülervertretung (SV) eine Versammlung aller Schülerinnen und Schüler initiiert und mit imposanten Reden auf die Thematik aufmerksam gemacht. Dabei lieferten sie auch einige Handlungsvorschläge, wie der Einzelne helfen kann, schonender mit der Umwelt und den Ressourcen umzugehen.

Dass Artensterben ein globales Phänomen ist, ließ sich durch ein E-Mail-Projekt mit der Varagua Regenwaldforschungsstation in Costa Rica bestätigen. Durch das Engagement unserer Biologielehrerin Frau Wöll haben wir im Unterricht eine spanische E-Mail zum Thema „Umweltschutz und Lebewesen“ im Regenwald formuliert und konnten diese an ein Forschungsinstitut in der Nähe von Puerto Limon schicken. Von der Forschungsstation haben wir eine Antwort bekommen, im Anhang waren sogar Bilder von Aufnahmen einiger Wildtierkameras. Laut den Forschern sind die drei größten Probleme des tropischen Regenwald zum einen die Tierwilderer, zum andern der Anbau von Ananas und Bananen (für den Anbau dieser Früchte werden Agrochemikalien verwendet, die sich erwiesenermaßen negativ auf zahlreiche Organismen auswirken), jedoch auch die Abholzung des Urwaldbestandes für die Produktion von Palmöl. Durch das Abholzen geht der Lebensraum für viele der dort lebenden Tiere verloren. Zahlreiche Arten der Megafauna mussten leider schon der Profitgier der Unternehmer weichen, bis hin zu deren Ausrottung, zu diesen Arten gehören zum Beispiel die Goldkröte oder auch das Riesenfaultier. Klar sind Palmölprodukte günstiger, als andere pflanzliche Alternativen (Raps-, Sonnenlumen-, Leinöl, …), jedoch muss sich der Konsument im Klaren sein, dass er durch den Kauf von palmölhaltigen Produkten die Abholzung des Waldes, und somit den Raubbau an der Natur, direkt unterstützt. Tückisch ist jedoch, dass Palmöl in zahlreichen Produkten mehr oder weniger unerwartet enthalten ist, zum Beispiel in Nussnougatcreme, Tütensuppe und vielen anderen Artikeln. Nussnougatcreme schmeckt lecker, das wissen wir alle. Aber auch hier wird Palmöl in großem Stil verwendet, weil es einfach günstiger ist  als andere Öle und Fette. Dabei ist es nicht schwer, darauf zu achten, ob Palmöl in einem Produkt enthalten ist oder nicht: Einfach beim nächsten Einkauf auf der Rückseite des gewählten Produktes die Inhaltsangabe kurz überfliegen. Hierbei sollte beachtet werden, dass das Palmöl manchmal auch etwas versteckt als „pflanzliches Fett“ deklariert wird und sich erst in einer nachfolgenden Klammer als dieses identifizieren lässt. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir den tropischen Regenwald und seine Funktion als grüne Lunge unseres Planeten schützen können, wenn wir den Konsum dieser Produkte einstellen oder wenigstens deutlich reduzieren. Auch wenn die Regenwaldabholzung aufgrund der Palmölindustrie als ein weit entferntes Problem erscheint, tragen wir durch unser Konsumverhalten die Entscheidung, ob ein Ökosystem wie der Regenwald geschützt oder zerstört wird. Diese globalen Zusammenhänge verdeutlichte uns auch der Meeresbiologe, Umweltschützer, Zoologe, Fotograf, Forschungstaucher Robert Marc Lehmann in seinen mitreißenden und bewegenden Expertenvorträgen zum Thema „Schutz von Ökosystemen“ im Mai 2019 am Grimmels. Durch den Vortrag zum Nachdenken und zur Diskussion angeregt, suchten unter anderem die Schülerinnen und Schüler der Biologie Grund- und Leistungskurse in nachfolgenden Unterrichtsstunden nach Handlungsmöglichkeiten zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, die sich einfach in den Alltagintegrieren lassen. Dabei bezogen sie sich auf Mobilität, Konsumverhalten (Ernährung, Verpackungen, Pflege- und Kosmetikprodukte, Kleidung) und Ressourcen, deren Ergebnisse derzeit vor den Bioräumen ausgestellt werden.

 

 Das E-Mail Projekt mit Costa Rica war nicht das einzige, mit dem sich unsere Klasse 7.2 in diesem Halbjahr beschäftigt hat, für uns ein viel größeres Thema war, die Wildkatze. Mit ihren Eigenschaften und ihrer Lebensweise haben wir uns ausführlich beschäftigt und dabei zahlreiche Unterschiede zu unseren “Stubentigern” ausgemacht, mit denen sie vom ungeübten Auge leicht verwechselt werden kann. Und zum Abschluss unseres Themas hatten wir einer Expertin vom BUND Hessen, deren Hauptaugenmerk auf der Wildkatze liegt, im Biologieunterricht zu Besuch. Ihr durften wir zahlreiche Fragen stellen, denen ein spannender Vortrag voraus ging. Die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) gehört der Familie der Katzen an und ist eine Unterart der Wildkatze (Felis silvestris). Ihre Lebensweise ist sehr heimlich (zurückgezogen/ scheu), daher ist eine direkte Wildkatzensichtung eine sehr seltene Begebenheit. Wildkatzen sind Einzelgänger, nur zur Paarungszeit von Januar bis April suchen sie Kontakt zu paarungsbereiten Artgenossen und durchstreifen dabei die Wälder. Danach gehen die Katzen wieder getrennte Wege. Als Lebensraum bevorzugen Wildkatzen eher Laub- und Mischwälder mit vielen Verstecken. Eine Monokultur, wie z.B. ein Fichtenwald, der keine für Verstecke geeignete Bodenstruktur aufweist, ist kein geeigneter Lebensraum. Das Revier einer Wildkatze ist über 200ha groß. Wildkatzen kommen in Deutschland zum Beispiel im Bayerischen Wald oder auch im Spessart, im Westerwald, im Hartz, im Taunus und generell in allen großen Misch- und Laubwäldern vor. Beinahe wäre die Wildkatze in Europa ausgestorben, denn sie hatte es in der Vergangenheit, aber auch heute noch, aus verschiedenen Gründen nicht leicht. Im 19. Jahrhundert haben Jäger eine grausame Jagd auf Wildkatzen betrieben, da sie dem Tier fälschlicherweise die Jagd auf Rehe, Wildschweine und sonstige Waldbewohner vorwarfen: Sie wurde als bestialischer Beutereißer dargestellt, der mit allen Mitteln aus dem Revier verdrängt werden müsste. Dies war jedoch nur Vorwand, um an das begehrte Fell der Katzen zu gelangen. Durch ein später eingeführtes Jagdverbot konnte sich der Bestand langsam wieder erholen. Aber auch heute sind die Wildkatzen noch bedroht. Durch die Rodung der Wälder für Wohngebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen wurde und wird ihr Lebensraum verkleinert, aber auch durch den Bau von Straßen wird ihr Lebensraum zunehmend von unüberwindbaren Barrieren zerschnitten. Ausdiesem Grund wird derzeit eine weitere Ausbreitung der Art gehindert. Wenn Wildkatzen eine Straße überqueren wollen bezahlen sie oft leider mit dem Tod. In Deutschland leben nur noch 5.000 bis 7.000 Wildkatzen, ein Zehntel des früher anzutreffenden Bestandes. Dies begründet, warum sie in Deutschland auf der roten Liste der Arten aufgeführt ist. Nur durch die Wiedervernetzung isolierter Wälder kann es gelingen, den Fortbestand der Wildkatze zu sichern. Hierfür pflanzt man sogenannte grüne Korridore mit Büschen und Pflanzen, in deren Schutz sich die heimlichen Waldbewohner von Waldgebiet zu Waldgebiet bewegen können, was vor allem zur Paarungszeit von großer Bedeutung ist. Ebenfalls wird versucht den Konflikt mit Straßen und anderen menschgemachten Barrieren zu entschärfen, indem Wildtierbrücken errichtet werden, die den Tieren ein gefahrloses Überqueren dieser ermöglichen, somit könnten Todesfälle verhindert werden. Um genauer nachvollziehen zu können, in welchen Waldgebieten sich Wildkatzen befinden und welche durch neue Korridore erschlossen werden können, wird die Lockstockmethode verwendet, an der sich auch interessierte Schüler und Schülerinnen verschiedener Altersstufen ausprobieren durften: Zunächst wird in dem zu untersuchenden Waldgebiet ein angerauter Holzpfahl im Boden befestigt, dieser wird darauf mit Baldriantinktur besprüht, die eine magisch anmutende Anziehungskraft auf Wildkatzen ausübt. In der Folgezeit mussten die Schüler und  Schülerinnen die Pfähle wöchentlich nach Haarspuren untersuchen, die die Katzen hinterlassen, wenn sie sich an dem Baldrian reiben. Die Haarproben wurden darauf an das Senckenberg Institut für Biodiversität in Gelnhausen übergeben, um genetisch untersucht zu werden, da auch unsere Hauskatzen den Geruch des Baldrians als sehr anziehend empfinden und nur so eine Verwechselung ausgeschlossen werden kann. Somit kann man durch die Lockstockmethode Wildkatzen nachweisen, ohne sie direkt sehen zu müssen, ebenfalls wurden an einigen Stöcken Wildtierkameras installiert, um Aufnahmen der Tiere zu erhalten. Da die genetische Untersuchung der Proben noch aussteht, können wir an dieser Stelle noch keine Ergebnisse veröffentlichen. Jedoch möchten wir dem Senckenberg Institut für die Bereitstellung der Utensilien und den Forstämtern der Umgebung für Genehmigung und Begleitung unseres Projektes danken. Anzumerken ist darüber hinaus, dass von den Pflanzenkorridoren nicht nur Wildkatzen profitieren, sondern auch andere Tierarten ein ruhiges und von menschlichen Einflüssen weitestgehend geschütztes Zuhause gewinnen. Auch mit einem Kuchenverkauf unterstützte die Klasse 7.2 die Rettung der Wildkatze tatkräftig. Der Erlös der Aktion ging nicht etwa in die Klassenkasse, sondern wurde zu 100% an eine Stiftung gespendet, die sich für den Schutz der Tierart einsetzt. Die Projekttage zum Thema wurden von den Schülern und Schülerinnen mit viel Freude und Tatkraft durchgeführt. Wir hoffen einen wertvollen Beitrag geleistet zu haben. Das Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen hat sich mit dem Projekt “Wildkatze” erfolgreich für die Auszeichnung als hessische Umweltschule beworben, sodass einige Projektteilnehmerinnen und Teilnehmer in Begleitung von Frau Wöll und Frau S. Hartmann an der Überreichungsveranstaltung teilnehmen konnten. 

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Biologie-Kurse des Grimmels besuchen das Senckenberg-Institut

Dr. Carsten Nowak stellt Arbeit im Umgang mit Wildkatzen und Wölfen vor

Am Freitag, 03.05 2019, besuchten die Schülerinnen und Schüler des Bio-Leistungskurses und einzelne Grundkursschülerinnen und -schüler gemeinsam mit der Kursleiterin Simone Gerlach das Senckenberg-Forschungsinstitut in Gelnhausen.

Dort stellte Dr. Carsten Nowak seine Arbeit im Umgang mit Wildkatzen und Wölfen in Deutschland vor. Zu Beginn brachte Dr. Nowak den Schülerinnen und Schülern sein Berufsfeld als Naturforscher und Biologe nahe und betonte dabei besonders, wie frei und individuell Forschungen betrieben werden würden. Man könne quasi das erforschen, was am Interessantesten für die Person selbst sei. Dabei sollte man aber auch Publikationen hervorbringen und Englisch-Grundkenntnisse besitzen, denn jene Publikationen und Präsentationen seien als Wissenschaftler auf Englisch anzufertigen. Anschließend präsentierte Dr. Nowak bisherige Forschungen über Wölfe in Deutschland und genetische Nachweise dieser. Dabei stellte er auch dar, dass Wölfe besonders bei Landwirten und Jägern einen schweren Stand hätten und wie dreist Lügen ohne jegliche Beweise über jene Tiere verbreitet würden.

Die Wildkatze war der zweite Programmpunkt, Dr. Nowak weist auch diese in Deutschland mithilfe von DNA-Sequenzierungen aus Proben wie etwa Haaren oder Kot nach. Hier ging er besonders auf die Historie des Wildkatzenbestands in Deutschland ein, denn diese war um 1800 fast ausgestorben. Die Fragen der Schülerinnen und Schüler wurden beantwortet, bevor es für alle ins Labor ging. Hier wurden die Arbeitsweisen und Geräte von Herrn Dr. Nowak gezeigt. Außerdem erhielten die Jungbiologen Einblicke in das Probenlager im Institut, die Gefrierschränke voller abgepackter Haare usw. werden auf -80 Grad Celsius gekühlt, um die DNA möglichst lange zu erhalten.

Nach etwa einer Stunde und 45 Minuten war diese sehr informative und interessante Exkursion beendet. Die Informationen zu Wölfen und Wildkatzen hatten auch einen guten Bezug zu Unterrichtsinhalten wie etwa Räuber-Beute-Beziehungen, was ebenfalls erwähnt sein sollte. Auch die Einblicke in das Labor waren einzigartig und extrem spannend. Nicht zu vergessen ist die unterhaltsame und freundliche Weise, mit der Dr. Nowak präsentierte, und besonders der Berufsausblick wurde als passend und interessant aufgefasst. Alles in allem war die Exkursion also durchweg positiv zu bewerten und Wiederholungen für kommende Jahrgänge sind absolut empfehlenswert. 

(Oliver Kouyoumdjian Q2)

 

 

 

 

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Auf den Spuren der Europäischen Wildkatze

„Umweltmonitoring“ der Klassen 7 und Q2 am Grimmels

Am 03. und 05. April 2019 fanden zwei Projekttage zum Thema „Biotop- und Artenschutz am Beispiel der Europäischen Wildkatze“ statt, zu deren Umsetzung Frau Susanne Schneider, Naturschutzmanagerin des BUND Hessen, zum wissenschaftlichen Austausch am Grimmels war. In ihrem Vortrag ging es zunächst um die Biologie der Wildkatze.

So erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über arttypische Verhaltensweisen, Abstammung, Habitatansprüche, Vorkommen und Schutzstatus der Wildkatze. Dass die Wildkatze als „besonders geschützte Art“ auf der roten Liste erscheint, ist primär auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie stark bejagt, was zur Ausrottung in vielen Teilen Deutschlands führte. Heute erschweren Straßennetze, Ballungsräume, Bahntrassen und somit die sukzessive Zerschneidung von Lebensräumen den Artbestand. Im Expertengespräch ging es deshalb auch um das vor 15 Jahren vom BUND initiierte Schutzprogramm „Rettungsnetz Wildkatze“, das u.a. durch Etablierung von „Grünbrücken“ Populationen über für die Wildkatze eigentlich unüberwindbare (Acker-)Flächen verbindet. Dass das Thema „Biotop- und Artenschutz“ am Beispiel der Stellvertreterart Wildkatze zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler aufwirft, ließ sich im lebhaft gestalteten Expertengespräch mit Frau Schneider bestätigen.

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„Jeder nor einen wönzigen Schlock“

Auch in diesem Jahr rückten die Schülerinnen und Schüler der Chemiekurse (Leistungskurs und ein Grundkurs) der Q1 im Rahmen des Projektes „Streuobstwiese“, mit einer schuleigenen Obstpresse im Schulgarten an. In Eimern und Wannen wurden Tage zuvor genug Äpfel durch die Schulgemeinde im Schulgarten gesammelt. Sowohl ein Teil der gesammelten Äpfel als auch der schuleigene Apfelsaft wurden zum Verzehr im Caféhaus angeboten.

Die Schülerinnen und Schüler der Q1 befassen sich im Zuge des Themengebiet „Alkohole“ sowohl theoretisch mit der alkoholischen Gärung als auch praktisch bei der eigenen Herstellung von Apfelwein. Sowohl die Herstellung von Apfelsaft als auch von Apfelwein finden ihre Verankerung im Projekt „Streuobstwiese“, welches nur einen kleinen Teil des Konzeptes Umweltschule darstellt.

Vor dem Pressen wurden die Äpfel gründlich gewaschen und faule Stellen ausgeschnitten. Wenn viele Hände zupacken, geht es gleich viel schneller als gedacht. Damit der Saft beim Pressen schnell und leicht fließen kann, mussten die Äpfel zunächst stark zerkleinert werden. Zur Arbeitserleichterung füllten die Schülerinnen und Schüler die Äpfel in eine Obstmühle. Anschließend wurden die kleingehäckselten Früchte in einen Presssack befüllt. Nun konnte das Auspressen beginnen. Liter für Liter sammelte sich, bis nach zweistündiger doch anstrengender Handarbeit etwa 25 Liter Most zusammenkamen.

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Ein „Rettungsnetz für Wildkatzen“

Spendenaktion der Klasse 8.7

Wir, die Klasse 8.7 des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen, verkauften am 12. Juni 2018 viele verschiedene Kuchen, Muffins sowie Cookies. Damit wollten wir uns für den intensiven Schutz der Wildkatzen in Hessen einsetzen, deren Bestände unter anderem durch den Einfluss des Menschen gefährdet sind. Zum Beispiel durchqueren Straßennetze ihre Wanderkorridore und nicht selten kommt es zur Verkleinerung ihrer natürlichen Lebensräume.

Den Erlös von 120.50 Euro haben wir an den BUND Hessen gespendet, der mit seiner Aktion  „Rettungsnetz für Wildkatzen“ den Artbestand unterstützt. Im Unterricht und in einem Expertengespräch mit dem Forstingenieur Reiner Koch haben wir uns mit der Situation der Wildkatzen in Hessen beschäftigt und dabei mehr über deren äußere Merkmale, arttypische Verhaltensweisen, Biotopansprüche und mögliche Schutzmaßnahmen erfahren. Dabei gefielen uns besonders die Aufnahmen der Wildtierkameras, auf denen die scheuen Tiere in den hessischen Wäldern zu sehen waren.

Hinter unserem Kuchenverkauf steckte viel Arbeit, denn alle Kuchen wurden von den Eltern der Klasse 8.7 gespendet. Wir trugen mit unseren selbst gestalteten Flyern zur Information anderer Schülerinnen und Schüler während des Kuchenverkaufs bei und freuen uns, mit dem Erlös zumindest einen kleinen Teil zur Rettung seltener Wildtiere beitragen zu können.

Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an unsere Biolehrerin Frau Wöll, die uns bei der Spendenaktion unterstützt hat. Ein weiteres Dankeschön geht ebenso an Herrn Reiner Koch, der uns auch über die Situation des Luchs und des Wolfs in Deutschland informiert hat und für unsere Fragen offen war.

(von Anna Lückel und Elina Popp, Klasse 8.7)

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„Rückkehr auf leisen Pfoten“

Biologie-LK des GGG hört sich Fachvorträge zu Wildkatze, Luchs und Wolf an

Dr. Carsten Nowak vom Senckenberg-Institut und Forstingenieur Reiner Koch referierten am 29.05. und 30.05. vor dem Bio-LK der Q2 über deren Arbeit am Beispiel der Rückkehr von Wildkatze, Luchs und Wolf in deutsche Wälder.

Der Forstingenieur ging hierbei zunächst auf signifikante Erkennungsmerkmale der Spezies, wie den Pinselohren und der kurzen Rute des Luchses und dem durchgehenden Aalstrich und der fleischfarbenen Nase der Wildkatze, ein. Dabei vermittelte er uns außerdem, dass besagte Tierarten bereits nach Deutschland zurückgekehrt seien und sich, mit Unterstützung der Forstämter, auch weiter verbreiten würden. So hätte man Individuen in der Vergangenheit ausgesetzt. Nun würden Wanderkorridore zwischen Wäldern geschaffen, um Populationen miteinander zu verbinden und die Verbreitung von Wölfen, Luchsen und Wildkatzen in ihrem ursprünglichen Habitat zu fördern. Reiner Koch beschäftigte sich in seinem Vortrag näher mit dem „Monitoring“ durch Aufstellen von Kameras und Sammeln von Kot, Fell etc., wodurch eine Nachverfolgung der Populationen möglich ist.

Dr. Carsten Nowak, Leiter der Abteilung Naturschutzgenetik des Senckenberg Instituts, empfing uns in der Gelnhäuser Außenstelle. Während einer Führung durch die Laborräume der Einrichtung erläuterte er uns, seinen fachkundigen Zuhörern, Techniken zur DNA-Extraktion aus Urin, Kot oder Fell der Rückkehrer, -Vervielfältigung, -Sequenzierung und Bestimmung der Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Individuen und Populationen. Diese Daten können, so der Wissenschaftler, behilflich sein um den Schutz der gefährdeten Arten zu optimieren und Auskunft bei Rechtsfragen zu leisten. Dr. Carsten Nowak ermöglichte uns, ins Gespräch über seinen Arbeitsalltag in der internationalen Arbeitsgruppe, Publikationen und kooperative Forschungsprojekte zu kommen.

Beide Referenten waren sich schlussendlich bei der wichtigsten Schutzmaßnahme für Wolf, Luchs und Wildkatze einig: Insbesondere die Mythen um den „bösen Wolf“ und die „Schafe reißende Wildkatze“ müssten gestoppt und durch wahrheitsgemäße Befunde ersetzt werden. Die deutsche Bevölkerung müsse über die Rückkehrer aufgeklärt werden, so wie auch wir aufgeklärt wurden.

Wir, der Bio LK, danken den Referenten für den interessanten Blick Hinter die Kulissen der verschiedenen Forschungstätigkeiten im Bereich des Biotop- und Artenschutzes.

(von Vivien Grieb und Felicitas Ruber, Biologie Leistungskurs Q2.3)

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