Fahrt ins Deutsche Filmmuseum Frankfurt

Klasse 7.6 des Grimmels eröffnet hessische Schulkinowochen 2020

Nachdem wir, also die Klasse 7.6 des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen, im vergangenen Schuljahr bereits unter der Regie von Frau Westerhoff-Schroer am Offenen Kanal Rhein Main in Offenbach mit der Klasse unseren ersten Film gedreht hatten, waren wir begeistert, als wir Anfang Februar 2020 von unserer Klassenlehrerin Frau Heinrich gefragt wurden, ob wir Interesse hätten, an einem Filmprojekt der SchulKinoWochen Hessen (https://www.schulkinowochen-hessen.de/start-in-die-14-skw/) teilzunehmen, das sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigt. Ohne genau zu wissen, was da auf uns zukommt, willigten wir einstimmig ein, da uns allen dieses Thema sehr wichtig ist und wir Lust auf Neues hatten. Sehr schnell folgten erste Schritte.

Bevor wir uns mit dem eigentlichen Projekt der Filmherstellung auseinandersetzten, informierten wir uns mittels Rechercheauftrag über „Containern“ und „Foodsharing“. Wir suchten im Internet nach Informationen und erstellten dazu in Kleingruppen Plakate.

Wir waren erstaunt, als wir so erfuhren, wie viele Lebensmittel jährlich einfach weggeworfen werden. In arbeitsteiligen Gruppen beschäftigten wir uns mit verschiedenen Aspekten: Warum werden so viele Lebensmittel vernichtet? Welche Auswirkungen hat das auf die Menschen und Tiere und vor allem auf unsere Umwelt?

Von besonderem Interesse war aber die Sichtweise, was man verändern bzw. verbessern kann. Dazu haben wir bereits existierende Möglichkeiten der Umverteilung und Weitergabe von Lebensmitteln ausfindig gemacht und vorgestellt. Dabei ging es um Konzepte weltweit, aktuelle Apps zur Umverteilung, aber auch um regionale Vereine wie z.B. „Die Tafel“.

Wichtig war uns die Erkenntnis, dass jeder einzelne in seinem privaten Umfeld etwas tun kann und unsere Schule als Institution auch. Dazu interviewten wir die Leiterin unseres Caféhauses, Frau Ström, Fachfrau für Ernährung. Sie gab uns wichtige Tipps: planvoll hochwertige Lebensmittel einkaufen, alles gut lagern, mit wachen Sinnen die Qualität der Lebensmittel prüfen und Reste mit leckeren Rezepten verwerten. Parallel dazu begannen wir mit der Vorbereitung des Filmprojektes. Unsere Aufgabe war es, einen Vorfilm zu einem Film von Agnes Varda zu produzieren, der die Thematik „Sammeln und Wertschätzen“ auf der einen Seite, aber auch die Wertschätzung speziell von Nahrungsmitteln behandelt.

Da wir aber nur einen begrenzten Zeitrahmen für unser Filmprojekt zur Verfügung hatten und Exkursionen weniger geeignet waren, einigten wir uns darauf, unser eigenes „Sammelverhalten“ näher zu beleuchten. Dazu überlegten wir, uns selbst zu beobachten, warum und was wir sammeln. Einige kleine Sammlungen (wie Münzen, Sammelkarten, Briefmarken) konnten wir im Unterricht ausstellen und uns gegenseitig vorführen. Andere wurden durch Fotos dokumentiert.

In zwei Workshops mit dem Medienpädagogen Urs Tilmann Daun wiederholten und vertieften wir dann die Grundlagen der Filmgestaltung und der Kameraführung. Nachdem wir uns auf das Format und die verschiedenen Perspektiven zum Filmen mit unseren Handys geeinigt hatten, erstellten wir unsere individuellen Aufnahmen zu Hause. Jeder filmte seine Sammlungen und im anschließenden Deutschunterricht verfassten wir gemeinsam hierzu Texte. Leitfragen waren z.B. „Welche Empfindungen bringen uns unsere Sammlungen?“, „Bereitet uns diese Tätigkeit Freude und Entspannung oder doch eher Stress und Frust?“. Unsere Sammlungen zeigten verschiedene „Wertschätzungen“ von alten und gebrauchten Dingen, die aufgehoben, auf Flohmärkten oder aus privaten Nachlässen stammten oder aber auch Neuerwerbungen waren. Am zweiten Projekttag mit Herrn Daun wurden alle von uns zuvor ausgewählten Filmschnipsel gesammelt, in das Programm importiert und mit Texten und Tonaufnahmen unterlegt.

Am 9. März 2020 war es dann soweit: Gemeinsam mit unserer Klassenlehrerin Frau Heinrich und Frau Wöll fuhren wir mit dem Zug nach Frankfurt am Main ins Deutsche Filmmuseum, um dort unseren Film zu präsentieren. Zunächst gab es einen gemeinsamen Fototermin mit der Staatssekretärin Ayse Azar, der Direktorin des Filmmuseums und weiteren an der Organisation beteiligten Personen. Nachdem vier Jungs aus unserer Klasse die Entstehung und Gestaltung unseres Projektes vorgestellt hatten, schloss sich eine Fragerunde an. Auch die Presse war vor Ort. Dann wurden die Hessischen Schulkinowochen 2020 feierlich eröffnet und es hieß für unseren Trailer „Film ab!“ Unmittelbar nach unserem Kurzfilm folgte der Themenfilm „Die Sammler und die Sammlerin von Agnès Varda, die traurigerweise im Vorjahr im Alter von 91 Jahren verstorben ist. In dem Film von Varda ging es um die professionelle Wein- und Kartoffellese und die liegengebliebenen Reste, welche von Menschen aus unterschiedlicher Motivation von den Feldern aufgelesen wurden. Außerdem wurden verschiedene Aspekte über das Sammeln behandelt. Der mit Handcam aufgenommene Film entstand in unterschiedlichen Teilen Frankreichs.

Nach diesem lehrreichen Film stellten wir einer Foodsharing-Expertin aus Frankfurt viele Fragen zu den Abläufen und der Organisation ihres ehrenamtlichen Unternehmens.  

Mit vielen neuen Informationen und Eindrücken fuhren wir zufrieden mit dem Zug zurück nach Gelnhausen.

Verfasst von Louisa Bös, Julia Betz, Medina Omerovic, Helena Herold