Reham Bitar erhält Stipendium für die Initiative „Schülerkolleg International“

Die Schülerin des Grimmelshausen-Gymnasiums berichtet über ihre Teilnahme an dem Programm:

„Im Juni 2019 stieß ich auf die Homepage der Initiative „Schülerkolleg International“, welche im Rahmen eines schwerpunktorientierten Jahresprogramms (z. B. „Fridays for Future“) Workshops anbietet, die zur Zukunfts- und Berufsorientierung dienen. Für die Angebote des Schülerkollegs können sich engagierte und motivierte Schüler/innen  in regelmäßigen Abständen bewerben.

Das diesjährige Programm, an dem ich teilnehme, besteht aus zwei Seminaren, die in Berlin und Brüssel stattfinden. Dort treffen die Schüler/innen auf verschiedene staatliche und private Akteure, die auf unterschiedliche Weise mit dem jeweiligen Jahresthema in Verbindung stehen und bekommen die Möglichkeit, sich mit inspirierenden Persönlichkeiten auszutauschen. Weiterhin werden die Teilnehmer des Programms durch eine/n Mentor/in bei ihrer individuellen Berufsfindung und Studienwahl (auch durch Beratung zum Auslandsstudium) unterstützt.          

In diesem Jahr steht das Programm des Schülerkollegs unter dem Leitthema ,,Fridays for Future‘‘ und somit bildet der Klimawandel den Schwerpunkt des Bildungsprogramms.         

Das erste Seminar hierzu fand vom 13.-17. November in Berlin statt. Im Zuge des ersten Seminartags bekamen die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu besuchen. Vor Ort hielt Dr. Felix Arnold einen anschaulichen Vortrag über konventionelle Stromerzeugung. Anschließend diskutierten die Schüler/innen mit dem Experten über die politischen Entscheidungsprozesse bzgl. des Klimaabkommens und dem Betrieb von Kohlekraftwerken. Danach berichtete Jochen Wermuth (Wermuth Asset Management GmbH), ein Impact-Investor (dt. wirkungsorientiertes Investieren), von seiner Ausbildungs- und Karrierelaufbahn. Dazu stellte er die verschiedenen Arten von Investoren und die Arbeit seines Unternehmens vor. Er investiert in ökologische und klimafreundliche Unternehmen und setzt sich für eine „grüne Revolution“ ein. Unter dem VW Social-Business-Programm „X-Starters“, nahmen die Schüler/innen an einem „Design-Thinking-Workshop“ zum Thema ökologische Nachhaltigkeit teil. Dort wurde die Gruppe über die aktuelle Umstellung des Betriebes auf Elektro-Autos informiert und entwickelte weiterhin Ideen zur Vermeidung von Plastik in der Produktion. Bei einer Führung durch die Berliner ECF Farm, wurden wir über deren Gründungsmotive und die effiziente wassersparende Produktion von Fisch und pflanzlichen Nahrungsmitteln informiert.

Am zweiten Tag des Seminars durften die Schüler/innen die Atmosfair GmbH besichtigen, die Aufbauprojekte in Entwicklungsländern unterstützt  und Projekte entwickelt, die zu geringeren CO2 Ausstößen in die Atmosphäre führen. Auch in die Arbeit des Potsdamer-Instituts für Klimafolgenforschung durfte die Gruppe „hineinschnuppern“. Verschiedene Forschungsarbeiten und die nachweisbaren Folgen des Klimawandels wurden hierbei erläutert. Kulinarisch und faszinierend war der Besuch eines zero-waste veganen Restaurants in Berlin („Frea“). Das Konzept des Restaurants und die Motivation der Inhaber waren beeindruckend.

Der dritte Tag des Seminars ermöglichte der Gruppe, sich durch „Aurora-Energy-Research“ über den europäischen Energieverbrauch in verschieden Sektoren und über die Tätigkeiten der genannten Institution zur Analytik dessen zu informieren. Über die Umsetzbarkeit und die vielfältigen Möglichkeiten zur Gewinnung erneuerbarer Energien wurden die Seminarteilnehmer ausführlich von den Experten aufgeklärt.

Zum Abschluss des Lehrgangs konnten die Teilnehmer/innen sich von (ehemals) Auslandsstudierenden inspirieren lassen und von deren Erfahrungen (Stipendien, Berufsfindung etc.) profitieren.

Mein Fazit zum Angebot des „Schülerkollegs International“ fällt insgesamt positiv aus. Das Besondere an diesem Seminar war für mich, dass ich direkten Kontakt mit den verschiedenen Akteuren hatte, einschätzen konnte, wie viel zukunftsrelevantes Wissen die Experten bereits haben  und wie/ob eine Zusammenarbeit unter ihnen stattfindet. Ich konnte persönlich erfahren, welche Hindernisse auf dem Weg zur Verwirklichung von Klimagerechtigkeit bestehen, konnte sehen, wie viel Engagement und Veränderungsdrang bereits ein Teil der Gesellschaft zeigt und vor allem wurde mein eigener Anreiz zu aktiver Veränderung und Verbesserung in den gesellschaftlichen und politischen Strukturen bestärkt. Darum möchte ich meine Mitschüler/innen ermutigen, sich für solche Programme und Stipendien zu bewerben. Ihr lernt durch den Kontakt mit zahlreichen anderen Schüler/innen, aufgeschlossener zu werden, erfahrt, wie ihr in dieser Gesellschaft aktiv etwas verändern könnt und findet durch die individuelle Förderung heraus, wie ihr euch persönlich weiterentwickeln und entfalten könnt.“

 

Reham Bitar (Q1, Schülerin des Kunst- und Biologie Leistungskurses)