Am 22. Mai begann unser kleines Abenteuer. Mit Herrn Bürker und Herrn Bechtold machten wir uns im Rahmen des Schüleraustauschprogramms auf den Weg nach Polen. Von Polen (Teschen) trennte uns nun nur noch eine vierzehnstündige Busfahrt.
In Teschen angekommen wurden wir herzlich von unseren Austauschschülern und Schülerinnen begrüßt. Auch die Schulleitung und die Lehrer und Lehrerinnen nahmen uns freudig in der Schule auf. Wir besprachen das Programm für die nächsten Tage und gingen dann mit unseren Austauschpartnern in unsere Gastfamilien. Alle waren sehr nett und wir schlossen schnell neue Freundschaften.
Am nächsten Tag, dem 24. Mai, nahmen wir an der ersten Unterrichtsstunde teil. Danach trafen wir, im Rathaus, die Bürgermeisterin von Teschen und lernten in einer Stadtführung sehr viel über diese schöne Stadt. Am Nachmittag und am Abend hatten wir Zeit etwas mit unseren Austauschschülern zu unternehmen. An diesem Abend war die lange Nachte der Museen in Teschen, es gab interessante Ausstellungen und Konzerte.
Am Samstag, dem 25. Mai, fuhren wir nach Gorki, wo wir gemeinsam ein Lagerfeuer machten. Es gab die berühmten polnischen Platzki (Kartoffelpuffer) und alle hatten eine Menge Spaß. Es gab die Möglichkeit auf Pferden zu reiten und wir machten eine Rundfahrt mit der Pferdekutsche, wobei ausgelassen gesungen wurde, sowohl auf Polnisch als auch auf Deutsch. Zusammen spielten wir Karten, unterhielten uns viel miteinander, lernten uns kennen und die polnischen Schüler brachten uns traditionelle Tänze bei. Wie jeden Abend hatten wir, auch an diesem Abend, wieder Freizeit mit unseren Austauschpartnern und ihren Freunden.
Am Sonntag verbrachten wir den ganzen Tag mit unseren Gastfamilien und unseren Austauschpartnern. Zum Beispiel erkundeten wir Örtlichkeiten in und um Teschen, gingen shoppen, trafen Freunde und hatten einfach eine schöne Zeit.
Am 27. Mai ging es dann nach Krakau. Dort lernten wir viel über die Stadt selbst, über ihre Vergangenheit und über einige Legenden Krakaus. Nach der dreistündigen Stadtführung hatten wir am Nachmittag Zeit, um etwas Essen zugehen, etwas einzukaufen oder uns Krakau noch ein wenig genauer anzuschauen. Am Abend des Tages ging es dann zurück nach Teschen und zu unseren Gastfamilien.
Am Dienstag, dem 28. Mai, nahmen wir am Morgen an einer weiteren Unterrichtsstunde teil. Dann kam der düstere Teil des Polenaustausches, der Ausflug nach Auschwitz in das Konzentrationslager. Erst wenn man dort ist, wird einem klar, wie schrecklich das Geschehene war und immer noch ist. Für viele war die Begegnung mit dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau sehr bedrückend und auch sehr emotional. Gemeinsam, im Namen des Grimmelshausen-Gymnasiums, gedachten wir in Birkenau aller Opfer des Nazi-Regimes. Trotz der Trauer, die ich mit diesem Ort verbinde, bin ich froh dort gewesen zu sein und so viel über diesen Ort und seine Geschichte gelernt zu haben.
Am 29. Mai, fiel die geplante Wanderung durch die Berge buchstäblich ins Wasser. Durch den anhaltenden Regen konnten wir die Berge nur vom Bus aus sehen. Wir fuhren jedoch wie geplant nach Wisla und nach Szczyrk, wo wir uns die Sprungschanzen ansahen. Auch gingen wir in das kleine Museum von Adam Malysz, einem sehr berühmten polnischen Skispringer.
Am Donnerstag machten wir dann einen Ausflug nach Kattowitz. Wir besichtigten dort das Schlesische Museum, welches sehr interessant und modern gestaltet ist. Am Nachmittag hatten wir auch in Kattowitz Freizeit um etwas Essen zu gehen oder etwas einzukaufen. Den Abend verbrachten wir wieder mit unseren Gastfamilien und es wurde Zeit sich mit dem Gedanken des Abschiedes anzufreunden, denn der vorletzte Tag war nun vorbei.
Am 31. Mai, dem letzten Tag in Polen, veranstalteten die polnischen Schüler ein Quiz und verkleideten sich als berühmte deutsche und polnische Persönlichkeiten, die wir erraten mussten. Alle waren gut gelaunt und erfreuten sich an der guten Stimmung der Gemeinschaft. Zum Abschied gingen wir gemeinsam eine Pizza essen, unterhielten uns noch sehr lange und hatten sehr viel Spaß mit unseren neuen Freunden. Dann kam der Abschied schneller als gedacht. Es flossen viele Tränen und es folgten lange Umarmungen, aus denen man sich nicht lösen wollte.
Ich würde jedem empfehlen an diesem Austausch teilzunehmen. Man lernt eine andere Kultur und neue Freunde kennen und das in einem Land, mit dem Deutschland eine facettenreiche Vergangenheit teilt.
(Sara Schneider)
