Nachlese zum Schweden-Austausch
von Jennifer Arnold
„Alle Schweden sind blond, wohnen in rot-weißen Holzhäusern im Wald und begegnen täglich freilaufenden Elchen.“ Diese Vorstellung hatten wohl die meisten der 36 Schülerinnen und Schüler aus meiner Jahrgangsstufe, die sich für den Schwedenaustausch angemeldet hatten, bevor sie ihre Austauschpartner kennenlernten.
Nach 2 Tagen Busfahrt kamen die schwedischen Jugendlichen aus dem rund 1500km entfernten Arvika endlich an unserer Schule an und wurden im Kulturkeller von unserem Schulleiter und von weiteren Lehrern, die den Austausch mit organisiert hatten, begrüßt.
Obwohl wir unsere Partner bis dahin nur von E-Mails und Facebook kannten, verstanden wir uns auf Anhieb mit ihnen, was besonders an ihrer fröhlichen und vor allem offenen Art lag. Alle Sorgen und Gedanken die wir uns gemacht hatten, wie die Schweden wohl sein würden, die für die nächsten acht Tage rund um die Uhr bei uns sein würden, waren damit vergessen.
Nach dem ersten gemeinsamen Abend mit den schwedischen Partnern in den Familien, folgte am nächsten Tag für unsere Gäste ein Rundgang durch Gelnhausen mit anschließender Besichtigung des Mittelpunkts der Europäischen Union in Meerholz. Danach stand die Teilnahme am Unterricht auf dem Programm, damit die schwedischen Schüler einen Einblick in den deutschen Schulalltag erhalten konnten. Hierbei fielen dann auch gleich die Unterschiede zum schwedischen Solbergagymnasiet in Arvika auf, in dem nur noch „Whiteboards“ anstelle der Tafeln, so wie wir sie kennen, verwendet werden, was die schwedischen Schüler besonders überraschte.
Am nächsten Morgen war ein Ausflug der gesamten Gruppe geplant, der für den einen Teil ins „Explora Science Center“ und für den anderen Teil ins Filmmuseum nach Frankfurt führte. Nach den verschiedenen Workshops die wir dort besuchten, standen uns zwei Stunden in Frankfurt zur freien Verfügung, die die meisten Schüler auf der Einkaufsmeile verbrachten. Danach besichtigten wir wieder gemeinsam den „Main Tower“, von dessen Aussichtsplattform man fast alle historischen und modernen Sehenswürdigkeiten und die Skyline Frankfurts im Blick hat.
Diese Ausflüge nutzten wir auch dazu, einige Wörter schwedisch zu lernen, was für unsere schwedischen Gäste besonders lustig war, da die Aussprache für uns Deutsche wirklich kompliziert war.
Im weiteren Verlauf der Woche besuchten wir die Ronneburg und fuhren nach Glauburg zur „Keltenwelt“.
Aber warum beteiligten sich die schwedischen Schüler eigentlich an einem solchen Austausch? Für viele Schweden stand der sprachliche Gewinn im Vordergrund, da Deutsch als 2.Fremdsprache gewählt werden kann und der direkte Kontakt mit Land und Leuten mehr Interesse für das Fach mit sich bringt. Das Leben in einer Gastfamilie gibt einen Einblick in andere Sitten und Gebräuche, den man durch eine normale Deutschlandreise nicht gewinnen kann.
Auch ich freue mich schon, wenn Ende August diesen Jahres die Reise nach Schweden ansteht, ich alle schwedischen Partner wiedersehe und zehn Tage lang den Alltag in Schweden miterleben darf!
