Am 01.12.25 hatten die beiden Biologie-Leistungskurse der Q1 unter der Leitung von Franziska Wöll und Katharina Nolde die besondere Möglichkeit, im Lernlabor Merck an der TU Darmstadt an einem Workshop zum Thema „Molekularbiologie“ teilzunehmen. Der Workshop wurde durch das Unternehmen Merck unterstützt und bot einen praxisnahen Einblick in moderne molekularbiologische Arbeitsweisen.
Der Tag begann mit einer Sicherheitseinweisung sowie einer kurzen Auffrischung der theoretischen Grundlagen zur PCR und Gelelektrophorese. Geleitet wurde der Workshop von Dr. Guido Klees und Dr. Kirsten Santelmann, die während des gesamten Tages für Fragen zur Verfügung standen.
Im praktischen Teil arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen nach einer ausführlichen Anleitung mit dem Bakterium Escherichia coli. Ziel des Experiments war es, ein genetisch verändertes Plasmid, also einen ringförmigen DNA-Abschnitt, zu untersuchen, der ein bestimmtes Gen enthielt. Dieses Gen stammt ursprünglich aus einer Qualle und codiert für ein fluoreszierendes Protein, das das Bakterium unter bestimmten Bedingungen zum Leuchten bringt.
Zunächst wurden verschiedene Lösungen sorgfältig pipettiert und miteinander vermischt, um das gewünschte Gen mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zu vervielfältigen. Dabei arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit professionellen Laborgeräten wie Zentrifugen und einem Thermocycler, die im Schulalltag normalerweise nicht zur Verfügung stehen. Anschließend wurden die entstandenen Proben auf ein Agarosegel aufgetragen und mithilfe der Gelelektrophorese analysiert.
Durch die im Gel sichtbaren Banden ließ sich erkennen, ob das Gen erfolgreich vervielfältigt worden war. Die Position der Banden zeigte dabei die Größe der Fragmente und ermöglichte eine wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse. Besonders anspruchsvoll war das präzise Auftragen der Proben in die Gelkammern, bei dem ein hohes Maß an Konzentration und Fingerspitzengefühl erforderlich war.
Insgesamt stellte der Labortag eine wertvolle Ergänzung zum Biologieunterricht dar. Die Kursmitglieder konnten die zuvor theoretisch behandelten Inhalte praktisch anwenden, selbst experimentieren und moderne genetische Forschungsmethoden aus nächster Nähe kennenlernen. Der Workshop bot eine einmalige Gelegenheit, universitäre Laborarbeit zu erleben, und zeigte eindrucksvoll, wie aktuell und faszinierend die genetische Forschung heute ist. Außerdem wird die Teilnahme an einem solchen universitären Lernlabor nur wenigen Schulklassen ermöglicht. Der Biologie-Leistungskurs profitierte dabei besonders von der Möglichkeit, Wissenschaft nicht nur theoretisch zu lernen, sondern Sie selbst praktisch zu erleben.