Am Montag, 30. März 2026, begann unser viertägiges Schülerpraktikum am Georg-Speyer-Haus in Frankfurt am Main. Während dieser Zeit erhielten wir einen umfassenden Einblick in die biomedizinische Forschung, insbesondere in die Arbeit mit der Durchflusszytometrie sowie in verschiedene bildgebende und analytische Verfahren.
Zu Beginn unseres Praktikums wurden uns die grundlegenden Prinzipien der Durchflusszytometrie erklärt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem Zellen einzeln analysiert werden können. Die Zellen fließen in einem Flüssigkeitsstrom durch ein Gerät und werden dort mit Laserlicht untersucht. Mithilfe von fluoreszierenden Markern, die an bestimmte Zellbestandteile binden, können verschiedene Zelltypen unterschieden werden. Die entstehenden Signale werden anschließend ausgewertet, zum Beispiel mithilfe von Diagrammen, in denen unterschiedliche Zellpopulationen sichtbar gemacht werden. Außerdem wurde uns erklärt, dass Zellen nicht nur analysiert, sondern auch gezielt sortiert werden können. Dabei befinden sich die Zellen in kleinen Tröpfchen, die bereits elektrisch geladen sind. Diese Tröpfchen durchlaufen anschließend ein elektrisches Feld zwischen Kondensatorplatten und werden je nach Ladung in unterschiedliche Richtungen abgelenkt, sodass sie getrennt aufgefangen werden können. Zusätzlich arbeiteten wir mit sogenannten „Beads“ (fluoreszierende Partikel). Sie werden in der Durchflusszytometrie eingesetzt, um die Geräte richtig einzustellen und die Messungen zuverlässig durchführen zu können.
Im weiteren Verlauf arbeiteten wir mit vorbereiteten Zellproben, die mit fluoreszierenden Markern versehen wurden. Diese konnten wir später unter verschiedenen Mikroskopen untersuchen, darunter Licht- und Fluoreszenzmikroskope. So konnten wir die markierten Zellen sichtbar machen und Unterschiede erkennen.
Am zweiten Tag erhielten wir Einblicke in die Tierhaltung und konnten sehen, welche Rolle Versuchstiere in der Forschung spielen. Außerdem besuchten wir den Bereich der Magnetresonanztomographie und betrachteten dort unter anderem Aufnahmen eines Mausgehirns, wodurch wir uns mit anatomischen Strukturen vertraut machen konnten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil war die Beschäftigung mit der Geschichte Paul Ehrlichs. Er war ein bedeutender Wissenschaftler, der für seine Forschung im Bereich der Medizin bekannt ist. Besonders wichtig ist, dass er ein Medikament zur Behandlung von Syphilis entwickelte und für seine wissenschaftlichen Leistungen im Jahr 1908 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Während der Führung konnten wir außerdem sein ehemaliges Labor besichtigen und mehr über die Entwicklung der Forschung erfahren.
Am dritten Tag arbeiteten wir erneut mit unseren Proben. Diese wurden im FACS-Gerät analysiert und sortiert. Dabei wurden gezielt nur die Zellen herausgefiltert, die den gewünschten fluoreszierenden Marker trugen. Die sortierten Zellen konnten wir anschließend nochmals unter dem Mikroskop betrachten. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, mithilfe eines Lichtblattmikroskops ein Stück menschliches Gehirngewebe zu untersuchen, um mögliche Auffälligkeiten zu erkennen.
Am letzten Tag führten wir ein Experiment zur Untersuchung des Proteingehalts in Milch durch. Dabei wurde die Milch mit einer speziellen Lösung versetzt, wodurch sich diese je nach Proteingehalt violett färbte. Anhand der Farbintensität konnten wir Rückschlüsse auf die enthaltene Proteinmenge ziehen und unsere Ergebnisse mit den Angaben auf der Verpackung vergleichen.
Insgesamt hat uns das Praktikum sehr gut gefallen, da wir viele neue Einblicke in die Forschung gewinnen konnten und selbst praktisch arbeiten durften. Besonders spannend war es, moderne Geräte kennenzulernen und eigene Experimente durchzuführen. Wir würden das Praktikum auf jeden Fall weiterempfehlen, da es nicht nur lehrreich, sondern auch sehr interessant und abwechslungsreich war.