Zehn Tage lang hieß es für unsere Schülerinnen und Schüler: Koffer packen, Neugier mitnehmen und Europa entdecken. Im Rahmen des Erasmus+-Programms besuchten Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen und der E-Phase unsere Partnerschule in Clamecy in Burgund. Vorbereitet wurde die Fahrt von Kirsten Nüchter und Christiane Möller, die auch als Begleitpersonen mit in Frankreich waren.
Unter dem Motto „Entdeckungsreise in Europa – Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken“ stand ein vielseitiges Programm aus Unterricht, Kultur, Begegnung und kreativem Arbeiten auf dem Plan. Nach der Ankunft am frühen Abend wurden die Schülerinnen und Schüler herzlich von ihren Gastfamilien aufgenommen. Ein offizieller Empfang im Rathaus bot gleich zu Beginn Gelegenheit, erste Eindrücke zu sammeln und die Bedeutung der deutsch-französischen Partnerschaft zu unterstreichen.
Der nächste Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück im Schulrestaurant. Bei Spielen, Icebreakern und einer Schulrallye lernten sich die deutschen und französischen Jugendlichen kennen und erkundeten gemeinsam die Partnerschule. Gleichzeitig erfolgte der Einstieg in das Projektthema: Was verbindet uns in Europa – und wo unterscheiden wir uns?
Ein Bestandteil des Austauschs war die Teilnahme am Unterricht der französischen Austauschpartnerinnen und -partner. So konnten die Grimmels das französische Schulsystem aus nächster Nähe erleben, Unterschiede im Schulalltag kennenlernen und eigene Erfahrungen reflektieren. Besonders spannend waren dabei Organisation, Unterrichtsformen und das Leben der Jugendlichen vor Ort, so auch zum Beispiel im Internat.
Europäisches Kulturerbe und regionale Identität
Ein Höhepunkt des Programms war der Besuch der Basilika von Vézelay, einer bedeutenden historischen Stätte Burgunds. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich in einem anschließenden Workshop mit der künstlerischen und historischen Bedeutung des Ortes auseinander und verglichen ihn mit bekannten Kirchenbauten aus der Heimat.
Auch der Tagesausflug nach Troyes bot viele neue Eindrücke: Bei einer Stadtführung erfuhren die Jugendlichen viel über die Geschichte der Region, aber auch über aktuelle Herausforderungen – insbesondere aus der Perspektive junger Menschen.
Das Wochenende verbrachten die Schülerinnen und Schüler in ihren Gastfamilien. Hier wurde Europa im Alltag erfahrbar: beim gemeinsamen Essen, bei Ausflügen und in Gesprächen. Viele berichteten, dass gerade diese persönlichen Begegnungen besonders prägend waren.
Zurück im Schulprogramm erkundeten die Jugendlichen Clamecy bei einer zweisprachigen Stadtrallye. Anschließend drehten sie in gemischtnationalen Gruppen kurze Videos zum Thema „Meine Stadt und ich“. Von der Ideenfindung über den Dreh bis hin zu Schnitt und Vertonung arbeiteten die Teams intensiv zusammen – eine echte Herausforderung, aber auch eine große Bereicherung.
Die fertigen Filme wurden am nächsten Tag in der Großgruppe präsentiert. In einer anschließenden Diskussionsrunde mit dem Titel „Trennendes und Verbindendes“ reflektierten die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen und diskutierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Clamecy und Gelnhausen sowie ihren Regionen.
Am letzten Programmtag besuchten die Jugendlichen ein FabLab. Dort gestalteten sie gemeinsam ein Logo für den Schüleraustausch, das anschließend mithilfe eines 3D-Druckers produziert wurde. Das gemeinsame Produkt stand symbolisch für die während des Austauschs entstandenen Freundschaften und die europäische Zusammenarbeit. Eine Abschlussrunde und ein gemeinsames „Goûter“ bildeten den gelungenen Abschluss der ereignisreichen 10 Tage.
Der Austausch mit Clamecy war für alle Beteiligten eine intensive und bereichernde Erfahrung. Neben verbesserten Sprachkenntnissen nahmen die Schülerinnen und Schüler vor allem neue Perspektiven, interkulturelle Kompetenzen und ein gestärktes europäisches Bewusstsein mit nach Hause. Europa wurde nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch erlebt – im Klassenzimmer, im Alltag und in persönlichen Begegnungen.