Kanadische Autorin Gail Bowen liest virtuell am Grimmelshausen-Gymnasium

Der für den 25.11.2021 am Marburger Zentrum für Kanadastudien angesetzte Online-Vortrag der kanadischen Dramatikerin und Autorin Gail Bowen musste aus technischen Gründen leider aufgezeichnet werden.

Umso mehr freut sich das Grimmelshausen-Gymnasium über die Möglichkeit, eine aufgezeichnete Version des neu aufgenommenen Vortrages allen interessierten Kolleginnen und Kollegen, aber besonders auch den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zugänglich machen zu können. Dies ist nur möglich, weil die Schule seit Jahren Partnerschule des Marburger Zentrums für Kanadastudien ist.

Gail Bowen selbst gilt momentan als eine der weltweit besten Kriminalautorinnen, genauso wie ihre kanadischen Kolleginnen Louise Penny oder Ausma Khan. Sie ist ebenfalls als Dramatikerin bekannt, war Hochschulprofessorin und erhielt für ihr literarisches Werk bereits hohe Auszeichnungen wie den Arthur Ellis Award. Ihr literarischer Schwerpunkt liegt zwar auf `crime writing`, aber Kriminalromane spiegeln immer auch Land und Menschen wider, sodass im Vortrag viel Wissen über Kanada vermittelt wurde.

Dies ist besonders interessant, da Kanada in diesem Jahr Gastland der Buchmesse in Frankfurt war, aber die Besucherzahlen wegen der anhaltenden Corona-Pandemie niedrig gehalten werden mussten. So bekam das Grimmelshausen-Gymnasium auf diesem Weg einen zusätzlichen Zugang zur vielfältigen kanadischen Literaturszene, ein besonderes Privileg.

Gail Bowen machte einen literarischen Exkurs über Ernest Hemingway, Jane Austen sowie weitere englische und kanadische Schriftstellerinnen und deutsche Autoren wie die Brüder Grimm sowie Thomas Mann. Sie verwies ferner ausdrücklich auf die Aufgabe von Literatur, auf soziale Ungleichheiten in einer Gesellschaft sowie menschliche Grundstrukturen wie die Sehnsucht nach Heimat, aber auch auf das Gute und Böse im Menschen einzugehen und diese zu diskutieren.

Die Schule bedankt sich deshalb besonders bei Professor Dr. Martin Kuester, dem Leiter des Marburger Zentrums für Kanadastudien, für diese exklusive Möglichkeit und die jahrelange enge Kooperation zwischen Marburg und dem (kanadischen) Lernort Gelnhausen.

Eine real stattfindende Lesung mit Austausch ist zwar immer besser als ihr virtueller Ersatz, aber ein virtueller Zugang zu der Literatur eines anderen Landes stellt in Zeiten von Corona eine besondere Möglichkeit dar, so wie durch Gail Bowens Vortrag Einblick in die Seele der kanadischen Landschaft, die Kanadier als Menschen sowie die kanadische Literatur als Gattung zu bekommen.

Der besondere Dank der Grimmels-Schulgemeinde geht auch an den (ehemaligen) Kollegen Dr. Matthias Dickert, der zwar im Sommer in Pension gegangen ist, das Grimmels aber immer noch tatkräftig unterstützt, indem er seine vielfältigen Kontakte in die Welt der Autoren, aber auch der Hochschulen dazu nutzt, solche spannenden Projekte wie diese virtuelle Autorenlesung auf den Weg zu bringen. In dieser Hinsicht sind bereits die nächsten Projekte geplant …