Im Rahmen des Ausfluges auf die Leipziger Buchmesse vom 20. bis 21.3.2026 bot sich der Literatur-AG die Möglichkeit, an einer öffentlichen Führung durch die Leipziger Nationalbibliothek teilzunehmen. Diese leitete ein langjähriger und sehr freundlicher Mitarbeiter. Hierbei ist interessant, dass die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig nicht nur Bücher sammelt. Falls du jetzt aufhorchst oder dich für die spannende Geschichte der Nationalbibliothek interessierst, lies gerne weiter.
Die Deutsche Nationalbibliothek wurde am 3. Oktober 1912 als „Deutsche Bibliothek“ gegründet und sammelt seitdem alle deutschsprachigen Medien, die in Deutschland und im Ausland entstehen. Hierbei wurde es zur Pflicht für den Autor, dass er bei der Publikation seines Buches ein Exemplar an die Nationalbibliothek schicken muss. Dies gilt bis heute – nur mit einer kleinen Ausnahme:
Nach der Aufteilung Deutschlands durch die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs wurde nun auch in Frankfurt am Main eine Deutsche Bibliothek gegründet. Sie diente als Pendant zu Leipzig. Als Deutschland geteilt wurde, hatte dann Ostdeutschland mit Leipzig eine Archivbibliothek und Westdeutschland eine selbige in Frankfurt. Nun wurde die Pflicht auf beide Bibliotheken erweitert. Jeder Autor musste sein Medium also ab dann an beide Bibliotheken schicken.
Falls es aber doch mal dazu kommt, dass in Leipzig oder Frankfurt ein Buch fehlt, gibt es einen wöchentlichen Bücheraustausch, über den man an den beiden Standpunkten Medien bestellen kann.
Interessant hierbei ist, dass Leipzig und Frankfurt nicht nur Bücher sammeln. Zu den gesammelten Medien zählen nämlich auch Zeitschriften, E – Books, Noten und Tonträger. Die Nationalbibliothek in Leipzig hat sich sogar auf die Musikarchivierung spezialisiert. Demnach gibt es hier nicht nur riesige Lesesäle, sondern auch Tonkabinen, die das Hören von Musikstücken in Orchesterlautstärke möglich machen.
Während unserer Tour konnten wir uns auch den beeindruckenden Bau der Bibliothek anschauen, der eigens für den Bibliothekszweck entstanden ist. Beispielsweise gibt es Räume, die weniger als 2 ½ Meter hoch sind, damit die Arbeiter ohne Leiter an den Rohrbahnen, die Medien zwischen den Magazinen und den Lesesälen transportieren, arbeiten können.
Alles in allem durften wir einen umfangreichen Einblick in die Geschichte und Systeme der deutschen Nationalbibliothek bekommen, durch den klar wurde, welche Arbeit es eigentlich ist, sämtliche Medien zu sammeln und zur Anschauung bereitzustellen. Abschließend lässt sich also sagen, dass „Bücher“ nur ein Aspekt von vielen sind, die die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig unglaublich spannend machen.