MINT hautnah erleben

Auf Entdeckungs- und Erlebnisreise im MINT-Sommercamp am Grimmels

Ferien gelten als die schönste Zeit im Jahr. Dem mag wohl niemand widersprechen, erst recht nicht nach den zurückliegenden beiden Schuljahren. Doch dass nicht alle Kinder und Jugendlichen in diesen Wochen ausschließlich in der Sonne liegen und die Beine baumeln lassen wolIen, hat sich in der ersten Sommerferienwoche am Grimmels bewahrheitet:

35 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10-14 Jahren aus dem ganzen MKK sowie dem angrenzenden Rodgau haben sich eine Woche lang vom Zauber gemeinsamen Forschens und Entdeckens beim MINT-Sommercamp „Jugend forscht am Grimmels“ unter der Leitung von Dr. Christiane Gräf und Judith Jeuck (beide Jugend-forscht Hessen) einfangen lassen.

Die Schülerinnen und Schüler der Region wurden durch engagierte Nawi-Kolleginnen und -kollegen des Grimmels, Studentinnen und Studenten sowie und Abgängerinnen und Abgänger des aktuellen Abiturjahrgangs betreut und dabei großartig inspiriert, sodass sie ihren Ideen freien Lauf lassen konnten.

Interessensgeleitet wählten sie sich in einen der fünf Workshops mit den Schwerpunkten Coding/Programmieren, Lego-Mindstorms, First Step in Electronics, Freiland Ökologie und Chemie: Bunt und sauber ein. Danach gab es keinen Halt mehr: Experimente, Baupläne und Programme wurden gemeinsam entwickelt. Dabei ebbten die Diskussionen um die bestmöglichen Lösungsstrategien für Probleme nie ab. Der komplette Nawi-Trakt des Grimmels war eine Woche lang erfüllt von Leben! Das hat auch Brigitte Hirschler vom Hess. Kultusministerium, die sich bei einem Besuch einen ganz Tag Zeit für die Kinder und Jugendlichen nahm, begeistert.

Ganz im Gegensatz zum Unterricht geriet die Uhrzeit beim Arbeiten ganz aus dem Blick. Die Jungforscherinnen und -forscher genossen es, Ziele selbst festzulegen und auf jenes Material, das sie am meisten anregt, zurückgreifen zu können. Und von diesem gab es viel, denn das Camp wurde insbesondere durch Future Space Kassel großzügig gefördert, sodass unterschiedlichste Experimentierkästen, Lego-Technik-Sets, Wasseruntersuchungskoffer u.ä. mehr, die in den Sammlungen der Schule verbleiben, angeschafft werden konnten.

Dass die Motivation aller Beteiligten nie versiegte, lag auch darin begründet, dass sehr viel Zeit zum Ausprobieren zur Verfügung stand, es einen exzellenten Betreuerschlüssel gab und am Vortag Begonnenes direkt am nächsten Tag mit neuer Kraft fortgeführt werden konnte. Das kommt im normalen Schulalltag leider immer zu kurz. Es galt das Motto: „Der Weg ist das Ziel“.

Außerdem genossen es alle, andere Menschen mit gleichen Interessen aus der Region kennen zu lernen. Es wurde nicht nur geforscht, sondern auch viel gelacht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ganz nebenbei viele Kontakte geknüpft, sodass der Austausch untereinander auch über das nächste Schuljahr hinweg gewährleistet ist. Jugendliche sind die besten Networker! Wir sind gespannt, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Gewiss meldet sich auch das ein oder andere Forscherteam aus dem Camp beim nächsten „Jugend forscht Wettbewerb“ 2023 mit einem spannenden Projekt an.

Die Abschlusspräsentationen zur gegenseitigen Vorstellung der einzelnen Workshops, bei denen die Jugendlichen kleine Mitmachexperimente für die Teilnehmer der anderen Workshops einbezogen, war jedenfalls vielversprechend. Besonders herausstechend waren dabei u.a. die Präsentationen „Macarena tanzender Roboter“, „wunderbar riechende Seifen und Reinigungsmittel aus selbst hergestellten Essenzen“, „seltene und bizarr aussehende Kleinlebewesen aus der Kinzig“ u.v.m.

Sicher ist: Diese wachen und begeisterungsfähigen Jungforscher werden uns noch viel Freude bereiten.

Verfasst von:

Christiane Gräf (Jugend forscht Hessen)

Judith Jeuck (Regionalwettbewerbsleiterin Jugend forscht Rhein-Main-Ost)