Schülerinnen berichten während eines Infoabends am Grimmelshausen-Gymnasium über ihre Ehrfahrungen im Auslandsjahr – Grundsätzliche Infos
GELNHAUSEN (ag). Am Mittwoch veranstaltete das Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen einen Informationsabend zum Thema Auslandsaufenthalt und High School-Jahr. Die Gäste hatten die Möglichkeit, sich nach dem Für und Wider einer solchen Sprachreise zu erkundigen.
Zu diesem Zweck erklärten sich vier Schülerinnen bereit, Rede und Antwort zu stehen. Die Eröffnung übernahm zunächst Peter Wintermeyer, Schülerberater für Auslandsaufenthalte. Er referierte über die verschiedenen Möglichkeiten. Es sollte keine Werbung für einzelne Anbieter gemacht werden, es ging nur um grundsätzliche Informationen, wie Wintermeyer mehrfach betonte. Vor allem Fragen der Organisation und Voraussetzungen einer solchen Reise sollten geklärt werden. Es sei schließlich auch eine Belastung, sowohl psychologisch als auch familiär. Zudem müssten Fragen geklärt werden, wie man nach der Rückkehr verfährt, ob der Betreffende ein Jahr wiederholen oder das Jahr überspringen muss. Der Unterricht im Ausland hat weder in Deutschland Gültigkeit, noch ist er mit dem heimischen zu vergleichen. Hauptsächlich ginge es bei solchen Reisen um die sprachlichen Gewinne und um die kulturellen Erfahrungen. Zudem gäbe es verschiedene Möglichkeiten dieses Ziel zu erreichen: Neben dem beliebten und meist genutzten High-School-Jahr existieren verschiedenste Stipendien und Austauschprogramme. Von Au Pair bis Work Experience – das Angebot sei breit gefächert. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 16 Jahren sowie die abgeschlossene Jahrgangsstufe 10. Während des Schuljahres 11 könnten die Schülerinnen und Schüler dann für sechs, acht oder elf Monate ins Ausland. Zwar seien Stipendien rar, doch von Oktober bis März könne man mit Glück ein Teilstipendium von Privatanbietern erlangen, die um diese Zeit darum bemüht seien, ihre offenen Plätze zu besetzen.
Schließlich kamen die vier jungen Damen zu Wort, die das Auslandsjahr bereits erfolgreich absolviert hatten: Carolin Fries war zehn Monate in Iowa, USA. Sie hatte das Glück, ihren Aufenthalt durch ein Bundestagsstipendium finanzieren zu können. Stefanie Mann besuchte zehn Monate lang Dallas in Texas, USA. Laura Arnemann war für elf Monate in Argentinien und besuchte dort eine katholische Mädchenschule. Bianka Bunde besuchte für fünf Monate England.
Sie berichteten über ihre Erfahrungen und gingen gewissenhaft auf die Fragen aus dem Publikum ein. Sie waren sich einig, dass es zum einen oder anderen Kulturschock gekommen sei. In England besuchte Bianka Bunde bis um 16 Uhr die Schule. Dementsprechend musste sie ihre Freizeit einschränken. Auch kleinere Konflikte mit den Gastfamilien seien möglich. Laura Arnemann berichtete vom Heimweh, das sich vor allem an Feiertagen, wie Weihnachten, bemerkbar machte. Die sprachlichen Barrieren seien schnell überwunden, aber Tagesrythmen, wie etwa erst um 23 Uhr zu Abend zu essen und um 3 Uhr nachts auszugehen, hätten einer größeren Gewöhnungsphase bedurft. Stefanie Mann sah sich mit einer vegetarischen Gastfamilie konfrontiert, und kam erstmals mit dem in den USA weit verbreiteten „Homeschooling“ in Kontakt. Carolin Fries musste feststellen, dass man in Amerika zwar sechs Tage die Woche Sport trieb, sie aber der übrige Unterricht eher unterforderte. Die Schülerinnen waren sich einig: Es gab zwar Probleme, aber deren Überwindung hatte sich gelohnt. („Gelnhäuser Tageblatt“ 19.09.2009)
