Was ist Mobbing? Wie kann man sich gegenseitig helfen und was bietet Schutz vor Mobbing? Was sind die Besonderheiten bei Cybermobbing? Was ist wichtig für den Umgang miteinander in unserer Klasse?
Genau das lernten die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen am Grimmels an drei Projekttagen vor den Weihnachtsferien, die von Maria Respondek und Magda Stehlik organisiert und durchgeführt wurden, kennen.
Am ersten Tag bekamen die Kinder einen Film über einen Mobbingfall gezeigt. Da wurde klar, wie schlimm Mobbing sein kann. Durch Rollenspiele und aufklärende Videos kamen alle dem Thema auf die Spur. Wir sprachen viel über die Gefühle der Personen aus dem Film. Außerdem bekamen wir den Unterschied zwischen „Hilfe holen“ und „Petzen“ erklärt. Petzen ist, wenn man möchte, dass jemand Ärger bekommt, obwohl das, was derjenige getan hat, niemandem schadet. Hilfe holen ist, wenn jemandem durch Worte oder körperlich geschadet wurde und man das einer (erwachsenen) Person sagt. Danach konnten wir anhand von Beispielfällen erklären, ob es sich um Hilfe holen oder Petzen handelte. Am ersten Tag führten wir außerdem eine digitale Umfrage durch mit Fragen wie z. B. „Gehst du gerne in deine Klasse? Ist die Klassengemeinschaft in deiner Klasse gut?“
Anschließend war es spannend zu hören, was der Unterschied zwischen Mobbing und einem Konflikt ist: Ein Konflikt ist, wenn man sich etwa ein bis zwei Tage lang streitet. Bei Mobbing verlaufen Ärger und Streit über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel einen Monat. Es gibt immer eine betroffene Person und ein oder mehrere Täterinnen und Täter sowie einige Mitläuferinnen und Mitläufer, die mitlachen und dabeistehen. Aber die größte Gruppe sind die Personen, die beim Mobbing zuschauen, aber nicht helfen.
Danach befassten wir uns mit dem Thema „Cybermobbing“, dem „Mobbing im Netz“. Das ist ganz anders als Mobbing in der Schule, da man nicht weiß, wer die Täterin oder der Täter ist. Man hat keine Kontrolle über (peinliche) Bilder, die im Netz herumgeschickt werden. Doch wir lernten, wie man Hilfe holen und Cybermobbing stoppen kann. Durch ein anschließendes Rollenspiel überlegten wir, wie der Mobbing-Film vom ersten Tag weitergehen könnte.
Das Wort „Klasse“ hat zwei Bedeutungen: Einmal im Sinne von „Schulklasse“ und einmal im Sinne von „super“ und „toll“. Und genau das sollten wir sein: eine Schulklasse und doch gleichzeitig super und toll. Wir haben unsere Klassengemeinschaft in diesen drei Tagen enorm gestärkt. Denn: Wir sind mehr als eine Klasse … wir sind ein Team!
Um uns besser kennenzulernen, spielten wir in den drei Tagen viele Spiele. Von „Mein rechter, rechter Platz ist frei“ bis hin zu „Eins, zwei, drei“. Beliebt war das Spiel „Die Wanze im Ameisenhaufen“. Bei diesem Spiel stellte sich die Lehrkraft vor die Tür und musste in 38 Sekunden versuchen, sich den einzigen freien Platz zu sichern. Dabei darf die Wanze (Lehrkraft) die Ameisen (die Schülerinnen und Schüler) nicht berühren. Bei einem weiteren Spiel musste sich die Klasse im Stuhlkreis einen Ball zuwerfen. Dabei musste der Name des Kindes gesagt werden, das als Nächstes drankommen sollte. Der Ball durfte den Boden nicht berühren und jedes Kind musste einmal drankommen.
In diesen drei Tagen lernten alle etwas, was er oder sie vorher nicht wusste. Wenn jetzt ein (Cyber-)Mobbingfall auftreten würde, wären wir alle bereit, denn wir haben gelernt, uns und andere zu schützen. Außerdem wissen wir, wie wir uns verhalten müssen, wenn Mobbing auftritt. Wenn wir alle darauf achten, dass niemand gemobbt wird, kann es fast gar nicht passieren. Diese drei Tage waren wirklich sehr spannend, aber auch ein bisschen erschreckend für uns, denn wir haben erkannt, welche Folgen Mobbing haben kann. Durch die Spiele wurde außerdem unsere Klassengemeinschaft gestärkt.
Hiermit spreche ich für alle Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen am Grimmels: Unser ganz besonderer Dank geht an Maria Respondek und an Magda Stehlik. Sie haben uns durch die drei Tage geführt und uns alles erklärt. Vielen Dank dafür.
Sophia Ternullo, Klasse 5.5