So langsam werde ich doch immer aufgeregter, aber andererseits reizt es mich auch total, auf die Bühne zu gehen. Ich stelle mir vor, wie ich gleich dort oben stehen werde und alle mir lauschen werden. Vom Scheinwerferlicht geblendet zu sein. Und schon höre ich meinen Namen und laufe in Richtung der Bühne. Jetzt geht es los.
Und wie kam’s dazu? Ja, das war so: Jedes Jahr findet an unserer Schule der Grimmels-Schreibwettbewerb statt. Es können dort Texte aller Art abgegeben werden. Kurze Gedichte, lange Geschichten. Und alle, die dieses Jahr bei dem Wettbewerb gewonnen haben, bekamen als Preis die Teilnahme an einem Schreibworkshop bei Jason Bartsch. Jason ist Poetry Slammer und Musiker.
Wir trafen uns mit Frau Mähler um 9.30 Uhr des letzten Schultages vor den Herbstferien, auf dem Pausenhof. Gemeinsam gingen wir zur Kulturherberge. Dort würde der Workshop, auf den wir alle gespannt waren, stattfinden. Neugierig nahmen wir Platz. Die meisten von uns kannten sich untereinander nicht, deshalb haben wir erstmal eine kleine Vorstellungsrunde gemacht.
Kurz darauf ging es dann los mit der ersten Aufgabe: Elfchen schreiben. Ob witzig, schräg oder schön, es kamen ganz viele unterschiedliche Ergebnisse heraus. Die zweite Aufgabe war Schreiben nur für uns. Wir sollten einfach alles aufschreiben, woran wir gerade dachten. Einfach das, was einem gerade durch den Kopf geht. Diesen Text mussten wir nicht vorlesen.
Die nächste Übung hat mir persönlich sehr gut, vielleicht sogar am besten gefallen. Und zwar wurden wir in Zweier- und Dreiergruppen eingeteilt. Aufgabe war es, jetzt einen Text zu schreiben. Jeder fing für sich alleine an. Jeder einen eigenen. Dann sagte Jason Stopp und es wurde getauscht. Das haben wir mehrere Male gemacht. So haben wir dann an einem komplett anderen Text weitergeschrieben, mussten uns an den Schreibstil anpassen und konnten die Idee, die wir gerade für den eigenen Text hatten, manchmal gar nicht beenden. Aber es hat wirklich total viel Spaß gemacht. Mich hat diese Aufgabe sehr inspiriert. Am Ende sind dabei echt tolle Texte entstanden und bei den meisten hat man den Übergang gar nicht bemerkt.
Als nächstes haben wir dann gemeinsam Punkte gesammelt, die einen schlechten Text ausmachen. Nachdem wir einiges gefunden hatten, war es nun unsere Aufgabe, einen schlechten Text, mithilfe der gesammelten Stichpunkte, zu schreiben. Die Texte haben wir auf der Bühne den anderen vorgetragen. Es kam heraus, dass die ganzen Texte gar nicht schlecht, sondern total witzig waren. Die letzte Aufgabe des Workshops war es nun, von den vorherigen Aufgaben inspiriert, ganz frei einen Text zu schreiben. Nachdem wir diese präsentiert hatten, war dieser tolle Workshop auch schon zu Ende. Es hat, und da kann ich, glaube ich, für alle Teilnehmer*innen sprechen, sehr viel Spaß gemacht und wir alle haben viel Inspiration und schöne Erinnerungen mitgenommen.
Aber damit nicht genug, alle, die an diesem Abend Zeit hatten, waren eingeladen, zu der Vorstellung von Jason Bartsch, die am selben Abend stattfand, zu kommen. Alle, die wollten, konnten dort sogar einen Text präsentieren. Leider hatten viele keine Zeit, aber vier Texte wurden vorgelesen. Wir trafen uns schon ungefähr eine halbe Stunde vor der Vorstellung. In dem Raum, in dem wir am Morgen noch den Workshop hatten, war eine Bar aufgebaut. Dort warteten wir und redeten noch ein bisschen. Aufgeregt waren wir alle schon, als sich alle ins Publikum setzten, das Licht ausging und man auf die Bühne gerufen wurde. Aber dann auf der Bühne zu stehen, vom Scheinwerferlicht geblendet, und dem Publikum einen selbst geschriebenen Text vorzulesen und mit einem lautem Geklatsche von der Bühne zu gehen, war, finde ich zumindest, doch ein sehr, sehr tolles Gefühl.
Nach unserem Vorprogramm ging es dann los mit Jasons Vorstellung. Es war wirklich richtig witzig und sehr cool. Er trug z.B. ein Lied von einem Hund, einen Text über das seltsame Golfspiel und das außerordentliche Springreiten vor.
Mir haben sowohl der Workshop als auch die Vorstellung richtig gut gefallen. Ich bin sehr inspiriert worden und habe jetzt wieder total viel Motivation, neue Texte zu schreiben.
Marie Bischoff, Klasse 8.5
