„Virtual Canadian Studies“

Grimmelshausen-Gymnasium mit Online-Projekt zu Kanada an zwei Universitäten vertreten

Matthias Dickert, promovierter Anglist, arbeitet seit mehreren Jahren mit Professor Dr. Martin Kuester, dem Direktor des Marburger Zentrums für Kanadastudien, zusammen. Aus dieser Kooperation erwuchsen im Laufe der Zeit verschiedene Projekte wie Seminarbesuche, Tagungsbeiträge sowie mehrere Veröffentlichungen.

In der Vergangenheit realisierte Dr. Matthias Dickert einen Großteil dieser schulischen Beiträge mit anderen Schulen, seit einem Jahr aber wieder mit seiner Stammschule. Neben der von ihm im Januar 2020 organisierten Lesung mit der bekannten kanadischen Autorin Sharon Bala hier am Grimmelshausen-Gymnasium konnte er jetzt ein besonders anspruchsvolles Vorhaben auf Universitätsniveau umsetzen.

Laurenz Karger (Q4) und Tim Metschan (Q4) nahmen an dem von der Universität Trier organisierten Angebot „Virtual Canadian Studies“ teil. Hierbei handelt es sich um an mehreren deutschen Hochschulen angebotene Seminare mit Schwerpunkt Kanada. Immatrikulierte Studentinnen und Studenten können hier ihre nötigen „creditpoints“ erlangen. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt in der Regel in Chatrooms oder via Skype und das Material wird für die Teilnehmer auf universitären Plattformen bereitgestellt, sodass jederzeit Zugang besteht.

Tim Metschan entschied sich für ein an der Universität Regensburg angebotenes linguistisches Seminar über die sprachliche Besonderheit des kanadischen Französisch, Laurenz Karger und Matthias Dickert belegten gemeinsam ein an der Universität Trier angebotenes Seminar über Margaret Atwood. Beide Dozentinnen zeigten sich nicht nur offen für eine schulische Beteiligung, sondern waren auch vom sprachlichen Niveau beider Schüler beeindruckt.

Neben der Einführung in modernes wissenschaftliches Arbeiten bestand eine weitere Hauptintention dieses Pilotprojektes in einer landeskundlichen und sprachlichen Annäherung an Kanada.

Die Umsetzung dieses und anderer kanadischer Projekte verweist nicht nur auf die exponierte Stellung des Grimmelshausen-Gymnasiums für Amerikas nördlichem Nachbarn, sondern sie beweist erneut die (kanadische) Ausnahmestellung der Schule in Hessen sowie deutschlandweit.

Der Dank von Matthias Dickert geht deshalb erneut  an die Universitäten Trier und Regensburg, die kanadische Botschaft in Berlin, aber besonders an Herrn Professor Dr. Martin Kuester und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  des Marburger Zentrums für Kanadastudien, die  die pädagogische Tür für Kanada am Grimmelshausen-Gymnasium so vielfältig aufgestoßen haben.

Laurenz Karger und Tim Metschan kommentierten ihre Präsenz in den Seminaren mit folgenden Worten: „Die Teilnahme hat sich für mich sehr gelohnt. Man bekam die Möglichkeit tiefer in das Thema „Kanadische Literatur“ rund um Margaret Atwood einzutauchen, sowie hieran universitäres Arbeiten zu erproben. Die Konferenzen via Skype waren sehr vielseitig, sogar Partnerarbeit mit anderen Teilnehmern konnte durchgeführt werden. Insgesamt hat mir das Projekt sehr gut gefallen und ich bin sehr froh über die Möglichkeit an einem bisher einzigartigen Projekt in Deutschland teilnehmen zu können.“ (Laurenz  Karger)

„Seit Oktober 2019 nehme ich an  einem Online-Seminar über die Unterschiede des kanadischen Französisch an der Uni Regensburg teil. Inhaltlich geht es vor allem um die Analyse der verschiedenen französischen Dialekte in Kanada. Aber auch die Geschichte und der Status der Dialekte werden thematisiert. Man bekommt über einen bestimmten Zeitraum (meist 1-2 Wochen) Hausaufgaben, die man in Form eines Word-Dokumentes einreicht. Dazu werden die Aufgaben und auch Literatur von der Professorin bereitgestellt. Hin und wieder arbeitet man auch mit Video- oder Audioausschnitten. Ich selbst habe u.a. auch Video- und Audiotranskriptionen angefertigt (eine Art Untertitelung). Ein spannendes Thema waren  die „sacres“ , das sind Kraftausdrücke im Kanadafranzösischen, meist angelehnt an kirchliche Begriffe. In den nächsten Wochen werde ich die finale Seminararbeit schreiben.

Insgesamt muss ich sagen, dass dieses Seminar eine tolle Erfahrung ist, weil man auf einem ganz anderen Niveau als in der Schule arbeitet. Die Literatur ist selbstverständlich auf Französisch und alle Texte auf universitärem Niveau, wodurch man einen guten Eindruck in ein mögliches Studium bekommt. Und natürlich lernt man viel über Kanada und kann sein sprachliches Niveau enorm verbessern. Das Seminar kann ich allen interessierten und engagierten (Französisch oder Englisch-) Schülerinnen /Schülern empfehlen, selbst wenn man noch keine Berührungspunkte mit Kanada hatte.“ (Tim Metschan)

Matthias Dickert