Am 21.9.26 war es wieder soweit: In der gemütlichen und inspirierenden Atmosphäre der wissenschaftlichen Bibliothek stellten Schülerinnen 10 Neuerscheinungen vor, die in diesem Jahr in den Kategorien „Jugendbuch“ und „Preis der Jugendjury“ für den Jugendliteraturpreis nominiert sind.
Durch die Veranstaltung führte Elias Reißer (10.6) als Moderator und legte in seinem Eröffnungsbeitrag die Bewertungskriterien für die vorgestellten Bücher fest: Sind sie ästhetisch ansprechend? Aktivieren sie junge Lesende, sich aktiv und eigenständig mit Fragen auseinandersetzen? Wie überzeugend sind die Themen und die erzählerische Tiefe?
In knapp 90 Minuten erhielten die Teilnehmenden fundierte Einblicke in die nominierten Bücher, da die Referentinnen nicht nur ihre persönlichen Leseeindrücke schilderten, sondern die Bücher auch in den Kontext der Bewertungskriterien setzten und – das ist immer am eindrucksvollsten – wichtige Textstellen vorlasen.
Im ersten Durchgang standen für die Grimmels die drei ersten Plätze schnell fest:
Kategorie Jugendbuch
Platz 1 „Badjens“ von Delphine Minoui: Wer den Roman liest, der das Leben der 16-jährigen Zaara, die sich 2022 an den „Frauen_Leben_Freiheit“-Protesten in Teheran beteiligt hatte, aus der ganz unmittelbaren Ich-Perspektive erzählt, versteht, was für ein kostbares und schützenswertes Gut Freiheit ist.
Platz 2 „The bitter side of sweet“ von Tara Sullivan. „Nach diesem Roman isst man Schokolade nicht mehr so wie davor und beginnt spätestens danach, das eigene Konsumverhalten zu überdenken“, so Johanna Miesner aus der 10.3, die den Roman vorgestellt hatte.
Platz 3 „Das falsche Leben“ von Maja Nielsen (vorgestellt von Melinda Batista E1-E1) erzählt in der Ich-Perspektive aus dem Leben Thomas Rauffeisens. Nachdem sein Vater als DDR-Spion in der BRD enttarnt wurde, findet sich Thomas in Ost-Berlin in einer Schule mit Fahnenappell und Wehrkunde in einem „falschen Leben“ wieder. Von der Stasi bespitzelt, misslingen alle Versuche, in die BRD zurückzukehren. Thomas und seine Eltern landen im berüchtigten Stasi-Gefängnis Bautzen II. … Als besonders eindrucksvoll schildert Melinda die Sehnsucht nach grenzenüberschreitendem Weltbürgertum, die im Roman zum Ausdruck kommt.
Schwerer fiel allen die Auswahl bei den von der Jugendjury vorgeschlagenen Büchern in der zweiten Runde.
Platz 1 „Louder than hunger“ von John Schu. Auf unmittelbare und poetische Weise thematisiert das Buch Essstörungen aus der Sicht eines männlichen Protagonisten. Sehr eindrucksvoll mit dem Thema verknüpft sind hier Sprache und Typographie. „Unbedingt lesenswert“, empfiehlt Ruxandra Ilea aus der E1F.
Platz 2 auch hier wieder „Badjens“, wie „The bitter side of sweet“ in beiden Kategorien nominiert.
Platz 3 „Himmel ohne Ende“ von Julia Engelmann vorgestellt von Johanna Bischoff aus der 9.6 ist ein Roman, in den sich Jugendliche gut hineinversetzen können. Er feiert die Kraft der Freundschaft, ohne kitschig zu sein, ist poetisch, spannend und mit viel Tiefgang.
Auch die 3 weiteren Bücher dieser Kategorie sind Bücher der Stunde: „Mama, bitte lern Deutsch. Unser Eingliederungsversuch in eine geschlossene Gesellschaft“ von Taksim Durgun (vorgestellt von Marida Gorol und Carla Tews) sowie der Influencer-Roman „Please unfollow“ von Basma Hallak (vorgestellt von Sabine M aus der 9.6).
Sehr beeindruckend und lesenswert sind die Grafic Novels „Lebensborn“ von Isabelle Maroger (vorgestellt von Marie Köpke E1-Bio) und „Stell dir vor. Comic über die Nachkriegszeit“ (vorgestellt von Max Rümmele) sowie der Roman „Stromlinien“ von Rebekka Frank.
Mit Spannung erwarten die Teilnehmenden die offizielle Preisverleihung am 9.10.26 im KogressZentrum auf der Frankfurter Buchmesse.
Alle Bücher sind im Bestand der wissenschaftlichen Bibliothek unseres Gymnasiums und können dort entliehen werden.
Hintergrundinfos unter :
https://www.jugendliteratur.org/nominierungen-2026/c-103
Christine Bischoff